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20.04.2013

15:19 Uhr

Provinz Sichuan

Mehr als 150 Tote bei Erdbeben in China

Die Erde bebte, Häuser stürzten in sich zusammen: Ein Beben der Stärke 6,6 hat den Südwesten Chinas erschüttert. Mehr als 150 Menschen starben, Tausende wurden verletzt und sind Obdachlos.

Schweres Erdbeben erschüttert China

Video: Schweres Erdbeben erschüttert China

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PekingEin schweres Erdbeben im Südwesten Chinas hat mindestens 156 Tote gefordert. Mehr als 5.000 Menschen wurden verletzt, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. Das Epizentrum lag in der Nähe der Stadt Ya'an in der Provinz Sichuan, einem Ort mit 1,5 Millionen Einwohnern. Das Beben ereignete sich am Samstagmorgen um kurz nach 8.00 Uhr (2.00 Uhr MESZ) chinesischer Zeit in der zu Ya'an gehörenden Gemeinde Lushan. Chinas Erdbebenwarte bezifferte die Stärke mit 7,0. Die US-amerikanische Erdbebenwarte (USGS) setzte die Stärke bei 6,6 an. Anschließend soll es Nachbeben gegeben haben.

Chinas Staatsfernsehen zeigte Bilder von zerstörten Häusern in der Region. Rettungskräfte versuchten, Opfer aus den Trümmern zu bergen. Ministerpräsident Li Keqiang ließ sich mit einem Helikopter nach Lushan bringen, um vor Ort die Hilfe zu koordinieren, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. „Das wichtigste ist jetzt, die ersten 24 Stunden nach dem Beben zu nutzen. Es ist die entscheidende Zeit, um Leben zu retten“, hatte er zuvor gesagt.

Rettungskräfte aus dem ganzen Land wurden in die Region geschickt. Alleine 7.500 Soldaten und 10 Flugzeuge kamen zum Einsatz. Das Ministerium für Zivilangelegenheiten schickte unter anderem 30.000 Zelte und 50.000 Decken nach Sichuan.

Erdbebenopfer: Das Erdbeben brachte zahlreiche Häuser zum Einsturz. ap

Erdbebenopfer: Das Erdbeben brachte zahlreiche Häuser zum Einsturz.

Eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation World Vision sprach von großen Herausforderungen für die Helfer: „Viele Straßen sind noch blockiert und die Handyverbindungen funktionieren nicht richtig“, berichtete Helferin Meimei Leung der Nachrichtenagentur dpa. „Spätestens in 24 Stunden wird die chinesische Regierung die Probleme behoben haben“, gab sie sich zuversichtlich. Sie war mit einem Team auf dem Weg nach Sichuan.

Unterdessen mussten sich tausende Menschen auf eine Nacht im Freien einrichten. Weil bei vielen Gebäuden nicht klar ist, wie stark sie durch das Beben beschädigt wurden, wurden vielerorts vorsorglich Zelte auf Straßen und Plätzen errichtet, wie das chinesische Fernsehen berichtete. Auch könnten Nachbeben weitere Gebäude zum Einsturz bringen.

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