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07.08.2014

19:06 Uhr

Prozess gegen Sprinter

Staatsanwalt wirft Pistorius Mord vor

War es Mord oder ein tödlicher Irrtum? Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass Oscar Pistorius seine Freundin nach einem Streit vorsätzlich erschoss. Doch dem Gericht bleiben letztlich nur Indizien und Zeugenaussagen.

Schlussplädoyer im Fall Pistorius

Verteidigung plädiert weiter auf unschuldig

Schlussplädoyer im Fall Pistorius: Verteidigung plädiert weiter auf unschuldig

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PretoriaOscar Pistorius hat seine Freundin nach Ansicht von Staatsanwalt Gerrie Nel vorsätzlich ermordet. Der südafrikanische Sprinter-Star habe seine Tat geplant, sagte der Chefankläger am Donnerstag in seinem abschließenden Plädoyer im Gerichtssaal von Pretoria. Pistorius hatte im vergangenen Jahr seine Freundin Reeva Steenkamp durch eine geschlossene Badezimmertür erschossen, aber stets beteuert, es habe sich um einen tragischen Irrtum gehandelt. Wird Pistorius des vorsätzlichen Mordes schuldig befunden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe von mindestens 25 Jahren.

Nach dem rund fünfstündigen Auftritt des Staatsanwalts begann auch Verteidiger Barry Roux überraschend schon am Donnerstag mit seinen Ausführungen. Er hatte eine halbe Stunde Zeit, auf Nels Plädoyer einzugehen. Die eigentliche Schlussrede Roux' steht an diesem Freitag an. Mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung geht der spektakuläre Mordprozess gegen Pistorius nach Monaten seinem Ende entgegen. Das Urteil wird für Ende August erwartet.

Ankläger Nel bezichtigte Pistorius der Lüge. „Seine Aussage ging völlig an der Wahrheit vorbei“, meinte er. Der Angeklagte habe sich eine ganz eigene Version der Tatnacht zusammengebastelt. Nel versuchte die Richterin Thokozile Masipa noch einmal davon zu überzeugen, dass der heute 27-Jährige in der Nacht zum Valentinstag 2013 vorsätzlich handelte. Pistorius sei ein unverantwortlicher Waffennarr, der die Gesetze missachte, erklärte Nel.

Pistorius starrte mit ernstem Gesicht die meiste Zeit auf den Boden. Während des Prozesses war er mehrmals in Tränen ausgebrochen und hatte sich wiederholt übergeben. Nach Erfolgen bei den Paralympics war Pistorius als erster beinamputierter Sportler der Olympia-Geschichte im Jahr 2012 mit seinen beiden Prothesen bei den Spielen in London gestartet. Er erlangte weltweit Bekanntheit.

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