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16.07.2014

15:47 Uhr

Prozess in München

Ecclestone-Anwälte bekommen Oberwasser

VonCornelia Knust

Eine Verurteilung von Formel 1-Chef Bernhard Ecclestone ist auch nach knapp drei Monaten Prozessdauer noch nicht ausgemacht. Für die Bestechung des Bankers Gerhard Gribkowsky gibt es nicht allzu viele Belege.

Sogar Bernie Ecclestone selbst war am vorigen Dienstag aufgetreten, um noch einmal in eigenen Worten zu erläutern, was er schon im Gribkowsky-Prozess zu Protokoll gegeben hatte. Reuters

Sogar Bernie Ecclestone selbst war am vorigen Dienstag aufgetreten, um noch einmal in eigenen Worten zu erläutern, was er schon im Gribkowsky-Prozess zu Protokoll gegeben hatte.

MünchenEs ist noch keine Wende in diesem Prozess. Es ist nur die nicht ganz überzeugende Aussage eines PR-Beraters der Münchner Agentur CNC, der dabei war, als das ominöse Schreiben des Herrn Eisele übergeben wurde. Ein Treffen eines Rechtehändlers und einer Mitarbeiterin der Bayerischen Landesband vor vielen Jahren im Raum Mannheim/Heidelberg, bei dem ein Blatt Papier den Besitzer wechselte, das verschwunden ist und an dessen Inhalt sich keine Seite mehr erinnern will. Ein Papier, das unbequem gewesen sein soll für Formel 1-Chef Bernhard Ecclestone, weil es eine ungebührliche Nähe zwischen ihm und einem Steuer sparend ausgegründeten Familientrust (Bambino) nahelegte.

„Soll der Zeuge vereidigt werden? Besser nicht!“, sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll fröhlich, als er den Zeugen entließ. Denn der hatte Mühe zu erklären, warum er rund um seine staatsanwaltschaftliche Vernehmung 2011 Kontakt zu dem Rechtehändler und der Bankerin hatte. Er gibt an: um zu verstehen, was es mit dem Papier auf sich hatte, warum es damals so wichtig war. Die Ecclestone-Anwälte meinen: um die Zeugen-Aussagen abzustimmen.

Ist Gerhard Gribkowsky doch ein Ecclestone-Erpresser? Und damit kein bestochener Beamten-Banker im ehemaligen Vorstand der Bayerischen Landesbank? Die Anwälte Ecclestones, dem vor dem Landgericht München I wegen Bestechung eines Amtsträgers der Prozess gemacht wird, rütteln an den Grundfesten des Urteils, das dieselbe Strafkammer unter demselben Vorsitzenden Richter Peter Noll 2012 gegen Gribkowsky gefällt hat. Dabei hatte Gribkowsky ja die Bestechlichkeit gestanden und nicht die Erpressung, obwohl das vom Strafmaß her wohl kaum einen Unterschied gemacht hätte. Warum hätte er das also tun sollen?

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