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17.09.2014

15:44 Uhr

Prozess in Münster

Schuster beenden Streit um Schuhe in Größe 61

Zu einem kuriosen Prozess kam es am Landgericht Münster. Zwei deutsche Schuster streiten heftig darüber, wer die Hochzeitsschuhe für den größten Mann der Welt angefertigt hat. Einer zitterte gar vor Wut.

Der laut Guiness-Buch „Größte Mann der Welt“, Sultan Kösen (links), steht neben Schuhmacher Georg Wessels vor dessen Schuhgeschäft in Vreden. dpa

Der laut Guiness-Buch „Größte Mann der Welt“, Sultan Kösen (links), steht neben Schuhmacher Georg Wessels vor dessen Schuhgeschäft in Vreden.

MünsterSultan Kösen aus der Türkei gilt mit 2,51 Metern als der größte Mensch der Welt – als er im vergangenen Jahr geheiratet hat, trug er Schuhe der Größe 61. Aber wer hat sie hergestellt? Und wer schmückt sich mit falschen Federn? Darüber war ein heftiger Streik zwischen zwei Schuhmachern aus Deutschland entbrannt.

Am Mittwoch trafen sich die beiden Kontrahenten vor dem Landgericht Münster – und schlossen einen Vergleich. Damit steht fest: Die unglaublich großen Schuhe stammen aus der Spezialwerkstatt von Schuhmacher Georg Wessels im münsterländischen Vreden. Das gab auch Konkurrent Bertl Kreca aus München zu Protokoll. Allerdings will auch er damals spezielle Hochzeitsschuhe angefertigt haben. Die hätten Kösen jedoch nie erreicht. Jetzt sollen Krecas Schuhe im Deutschen Schuhmuseum Hauenstein in Rheinland-Pfalz ausgestellt werden.

Der Prozess hatte noch gar nicht begonnen, da hatte Schuhmacher Wessels den Gerichtsflur auch schon in Beschlag genommen. Der Münsterländer hatte extra einen großen Koffer mitgebracht – mit Schuhen und Leisten.

„Ich zittere vor Wut“, sagte er und zeigte zwei Riesen-Schuhe vor: Einer war aus seiner Werkstatt, der andere kam von Schuh-Bertl aus München. Das Exemplar aus Bayern war deutlich größer. „Der passt Kösen doch gar nicht“, schimpfte Wessels vor Journalisten. Wie könne Bertl Kreca da behaupten, dass es sich dabei um einen Hochzeitsschuh für Kösen handele.

Zeitungsartikel hatten Wessels in Rage gebracht. Kreca soll behauptet haben, dass er die Hochzeitsschuhe für Sultan Kösen angefertigt habe. Vor Gericht hat Wessels seinen Schuhmacher-Konkurrenten aus München deshalb auf Unterlassung verklagt. „Herr Kreca schmückt sich mit fremden Federn“, sagte Wessels Anwalt Christian Hüsken im Prozess.

Das wollte der Münchener Schuster allerdings nicht auf sich sitzen lassen. Er stellte sofort unmissverständlich klar, dass die Schuhe, die Sultan Kösen bei der Hochzeit getragen habe, selbstverständlich aus dem Münsterland stammten. Und dass er sein eigenes Exemplar, das angeblich einen Wert von 8000 Euro hat und nun ins Museum soll, mit Leisten von Wessels angefertigt habe.

Kreca will die von ihm angefertigten Riesenschuhe nur deshalb ins Münsterland geschickt haben, weil sie dort noch mit Einlagen für Kösen versehen werden sollten. Wessels behauptet dagegen, dass Kreca sie ihm für ein neues Museum genäht und geschenkt habe.

Freunde werden die beiden Schuster trotz der Einigung wohl vorerst nicht mehr. Als Kreca ihm nach Prozess-Ende die Hand geben wollte, lehnte Wessels ab: „Dir gebe ich nicht die Hand. Sonst fehlt mir nachher noch ein kleiner Finger.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Peter Männchen

18.09.2014, 08:15 Uhr

Es heißt zwar "Schuster bleib bei Deinen Leisten"...

Aber einen Schuhmacher-Meister als "Schuster" zu bezeichnen ist (schon fast) eine Beleidigung des Handwerksmeisters.

"Schuster" ist kein Ausbildungsberuf / kein Gewerk nach der Handwerksordnung.

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