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17.04.2012

09:17 Uhr

Prozess in Norwegen

Wie viel Propaganda geht von Breivik aus?

Die Bilder des norwegischen Massenmörders beim Prozess in Oslo gehen um die Welt. Wie wird Anders Breivik von der rechten Szene in Deutschland wahrgenommen? Könnte seine Tat zum Muster für andere Anschläge werden?

Anders Behring Breivik (rechts) macht den Hitlergruß. dpa

Anders Behring Breivik (rechts) macht den Hitlergruß.

BielefeldDie Attentate und Pamphlete des norwegischen Attentäters Anders Breivik finden in der rechten Szene Deutschlands nur begrenzten Widerhall, glaubt der Rechtsextremismusforscher Dierk Borstel. „Breivik wird in der Szene schon wahrgenommen, allerdings sehr unterschiedlich“, sagte Borstel der Nachrichtenagentur dpa. „Wenn man sich die Internetforen anschaut, reicht das Spektrum von Zustimmung - nach dem Motto: Da hat endlich mal jemand angefangen, den Kampf ernst zu nehmen - bis zum Spott, dass er einfach nur ein Verrückter sei, der es auch noch auf norwegische, also weiße Kinder abgesehen habe.“

Allerdings sei zu befürchten, dass jetzt mancher prüfe, ob die Attentate vom 22. Juli 2011 ein Muster für eigene Taten sein könnten, sagte Borstel. „Hier sind wir dann beim Rechtsterrorismus und der Zwickauer Zelle.“ Der Zwickauer Neonazi-Zelle werden Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin vorgeworfen. „Für die meisten aus der Szene waren die 1500 Seiten von Breivik sicherlich zu viel“, sagte Borstel über das Manifest, das der Norweger kurz vor der Tat ins Internet gestellt hatte. „Aber die Grundideen wie Überfremdung, weißes Europa, Pan-Europa oder Kampf gegen Muslime werden auch hier wahrgenommen. Im Kern ist es ein klassischer Rassismus.“ „Dazu kommt die Esoterik-Variante mit den Tempelrittern. Das wird allgemein nicht ernst genommen, weil es so verrückt klingt“, warnte der Bielefelder Politologe. „Da unterschätzt man aber die Wirkung dieses mythologischen Überbaus auf die Szene sehr.“ Dennoch ist sich Borstel sicher: „Der Prozess wird nicht die Wirkung haben, die sich Breivik wünscht: Dass nämlich Europa aufsteht und sich mit ihm solidarisiert.“ Eine kleine Gruppe unter den Rechtsextremisten werde den Prozess sicherlich verfolgen. „Ich kann mir aber vorstellen, dass Breivik in seiner Übertreibung, seiner Gestik, seiner Uniform selbst diese Kleinstgruppe der Unterstützer verschrecken wird, wenn er so weiter macht“, sagte Borstel. „Es wird keine Welle der Solidarität für Breivik geben, die gilt uneingeschränkt den Opfern, Gott sei Dank.“

Von

dpa

Kommentare (10)

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Holzauge

17.04.2012, 09:55 Uhr

"Aber die Grundideen (...) Pan-Europa (...) werden auch hier wahrgenommen."

Die VSE sind und bleiben das einzige zukunftsfähige Konzept für Deutschland und Europa !

Soll der ewig gestrige Herr Borstel sich ruhig an der Bananenrepublik Deutschland festklammern, aber VSE die in die Nähe von Europas Taliban zu rücken ist eine Ungeheurlichkeit !

Account gelöscht!

17.04.2012, 10:11 Uhr

Verdrehen Sie hier nicht die Tatsachen! Herr Borstel hat nur über die Wahrnehmung der Rechtsradikalen gesprochen und diese ausgeführt. Mit nicht einem Wort hat Herr Borstel Europa in die Nähe der Taliban gerückt.

KARMA

17.04.2012, 10:11 Uhr

Na bitte, so sollte es sein.

Das Thema der Islamisierung von Westeuropa ist nun offiziell in die Diskussion eingebracht. Der Stein wurde ins Rollen gebracht. So war es der Plan und er schein aufzugehen. Das alles ist eine sauber inszenierte Dramaturgie und auch die medienwirksame Plattform ist sauber aufgebaut worden.
Auf für die breite Masse wurde das schon in 2010 / 2011 im Buch Geheimgesellschaften-III dargelegt.

Verständlicherweise haben die Profanen das alles als dumme Verschwöhrungstheorien verspottet. Aber das ist nun einmal das Schicksal der Dummen. Sie lachen so lange darüber, bis man sie >> rasiert <<

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