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23.08.2011

14:51 Uhr

Prozess um U-Bahn-Schläger

Angeklagter von eigener Tat „entsetzt“

Geständig und reuig: Der 18-jährige Hauptangeklagte im Prozess um den brutalen Angriff auf einen Mann in der Berliner U-Bahn ist nach eigenen Worten entsetzt von seiner Tat. Auch ein Komplize steht vor Gericht.

huGO-BildID: 23002507 ARCHIV - Fahrgäste einer U-Bahn der Berliner Verkehrsgbetriebe (BVG) verlassen auf einer U-Bahnstation in Berlin den Zug (Archivbild vom 15.06.2011). Im Tarifkonflikt bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ist eine Lösung gefunden. Das teilten die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) am Donnerstagabend mit. Damit bleibe den Berlinern für diese Tarifrunde ein weiterer Warnstreik bei Bussen, Straßen- und U-Bahnen erspart. Foto: Maurizio Gambarini dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk+++ dpa

huGO-BildID: 23002507 ARCHIV - Fahrgäste einer U-Bahn der Berliner Verkehrsgbetriebe (BVG) verlassen auf einer U-Bahnstation in Berlin den Zug (Archivbild vom 15.06.2011). Im Tarifkonflikt bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ist eine Lösung gefunden. Das teilten die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) am Donnerstagabend mit. Damit bleibe den Berlinern für diese Tarifrunde ein weiterer Warnstreik bei Bussen, Straßen- und U-Bahnen erspart. Foto: Maurizio Gambarini dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk+++

BerlinEr hatte sein Opfer in einem U-Bahnhof bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt und getreten. Zum Prozessautakt vor dem Berliner Landgericht zeigte sich der 18-jährige Gymnasiast zutiefst beschämt: „Meine Tat ist eine Schweinerei und durch nichts zu entschuldigen“, sagte er am Dienstag in einer persönlichen Erklärung. Genau erinnern könne er sich aber an die Tritte und Schläge gegen sein zufällig ausgewähltes Opfer nicht - denn er sei betrunken gewesen. „Ich bin schockiert und entsetzt über mich selbst.“ Er schäme sich sehr für den brutalen Übergriff vor vier Monaten.

Dem jungen Mann werden versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Mitangeklagt ist ein ebenfalls 18 Jahre alter Freund des Schülers. Auch er sagte, dass es ihm leidtue. Das Opfer - ein 29 Jahre alter Handwerker - lag bereits reglos am Boden, als ihn vier heftige Tritte am Kopf trafen. Er verlor vorübergehend das Bewusstsein und kam mit einem Schädel-Hirn-Trauma, gebrochener Nase und Prellungen ins Krankenhaus.

Der Gewaltexzess hatte bundesweit schockiert und eine neue Debatte über den Umgang mit jugendlichen Gewalttätern ausgelöst. Dass der Gymnasiast von der Untersuchungshaft verschont und nicht wegen versuchten Mordes angeklagt wurde, war öffentlich kritisiert worden.

Das Opfer leidet noch heute unter den Folgen und braucht psychologische Betreuung. Der Mann sollte am Nachmittag als Zeuge befragt werden. Er tritt auch als Nebenkläger auf. Eine Entschuldigung und Schmerzensgeld lehnt der Mann nach Angaben seiner Anwältin Elke Zipperer als „prozesstaktisches Manöver“ ab.

Kommentare (6)

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Petra

23.08.2011, 13:10 Uhr

Diese Vorstellung des Angeklagten dient einzig dazu, den Richter milde zu stimmen!
Menschen die so etwas tun sind schlichtweg krank im Kopf und eine ernste Bedrohung für die normale Bevölkerung!
So lange Deutschland mehr Täter- als Opferschutz bietet, wird diese Menschen nichts von weiteren Taten abhalten!

Account gelöscht!

23.08.2011, 14:19 Uhr

Die Gründe für dieses Verhalten liegen hauptsächlich an der Gesellschaft und der Erziehung. Vielleicht sollen wir alle erstmal diese korrigieren?!?

Selberdenker

23.08.2011, 15:29 Uhr

Diese Täteraussage gehört m.E. in die "Pinocchio des Tages"-Kategorie.

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