Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2015

10:24 Uhr

Prozessauftakt

Boston-Attentäter droht die Todesstrafe

Als vor knapp zwei Jahren eine Bombe im Zielbereich des Boston Marathons explodierte, starben drei Menschen, Hunderte wurden verletzt. Nun steht der mutmaßliche Attentat vor Gericht. Er plädiert auf nicht schuldig.

Prozess gegen 21-Jährigen

Boston-Marathon: Bombenleger droht Todesstrafe

Prozess gegen 21-Jährigen: Boston-Marathon: Bombenleger droht Todesstrafe

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BostonFast zwei Jahre nach dem Anschlag auf den Marathonlauf von Boston beginnt an diesem Montag vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Massachusetts der Prozess gegen den überlebenden mutmaßlichen Attentäter Dschochar Zarnajew. Zunächst erfolgt die Auswahl der Geschworenen, was mehrere Monate dauern könnte.

Die Jury entscheidet, ob der 21-Jährige der Planung und Ausführung des Doppelanschlags auf den Marathon vom 15. April 2013 schuldig ist, bei dem drei Menschen getötet und über 260 weitere verletzt wurden. Die Bluttat soll er gemeinsam mit seinem später getöteten Bruder Tamerlan begangen haben.

Terror bei Sportereignissen

1972 München

Während der Olympischen Spiele in München im Jahr 1972 wurden elf israelische Sportler von palästinensischen Terroristen der Gruppe „Schwarzer September“ als Geiseln genommen – Ziel war die Freipressung von Gefangenen. Beim gescheiterten Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck starben alle noch lebenden Geiseln, ein Polizist und fünf der Terroristen.

1996 Atlanta

Im Olympia-Park von Atlanta explodierte während der Olympischen Spiele 1996 eine Bombe. Die Explosion tötete zwei Personen, mehr als 100 wurden verletzt. Täter war ein Anti-Abtreibungs-Aktivist.

2002 Madrid

Die baskische Terrorgruppe ETA brachte Anfang Mai 2002 eine Bombe im Vorfeld eines Champions-League-Halbfinalspiels zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona zur Explosion. In weniger als 100 Metern Entfernung zum Stadion Santiago Bernabéu ging ein Sprengsatz hoch. Es gab keine Todesopfer.

2008 Rallye Dakar

Die berühmte Rallye wurde im Jahr 2008 abgesagt. Terrorwarnungen für Mauretanien hatten die Veranstalter dazu bewogen.

2009 Lahore

Der Mannschaftsbus des Cricket-Nationalteams von Sri Lanka wird in der pakistanischen Stadt Lahore von einer Gruppe bewaffneter Täter beschossen, die vermutlich dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe standen. Sechs Nationalspieler werden verletzt, sechs Polizisten und zwei Zivilisten sterben.

2013 Boston

Zwei Explosionen erschüttern den Bereich des Zieleinlaufs des Boston Marathons am 15. April 2013. Drei Menschen sterben noch am selben Tag, weit über 100 sind verletzt, einige von ihnen sehr schwer. Über die Hintergründe des Vorfalls herrscht zunächst Unklarheit.

Zarnajew muss sich in 30 Anklagepunkten verantworten. Wird Zarnajew für schuldig befunden, droht ihm die Todesstrafe. Er hat auf nicht schuldig plädiert. Es wird erwartet, dass sich die Jury-Auswahl wegen der intensiven Medienberichterstattung über mehrere Wochen hinzieht. Zu einer Verzögerung kann es auch kommen, wenn potenzielle Geschworene Bedenken über die Todesstrafe anmelden.

Monatelang hatten die Anwälte Zarnajews vergeblich eine Verlegung des Prozesses zu erreichen versucht. Sie argumentierten, potenzielle Jury-Kandidaten könnten wegen der engen Verbindungen zwischen Ortsansässigen und dem Boston-Marathon voreingenommen sein. Dabei zogen sie Parallelen zum Fall des Attentäters von Oklahoma City, Timothy McVeigh, dessen Verfahren wegen ähnlicher Gründe von dort nach Denver verlegt worden war.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×