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07.11.2011

11:46 Uhr

Prozessauftakt

Ex-Top-Terrorist „Carlos“ vor Gericht

„Carlos, der Schakal“ steht in Paris vor Gericht. Der berüchtigte ehemalige Top-Terrorist soll Anfang der Achtziger Jahren vier tödliche Anschläge in Auftrag gegeben haben.

Eine Gerichtszeichnung vom Montag zeigt Ilich Ramirez Sanchez genannt Carlos. AFP

Eine Gerichtszeichnung vom Montag zeigt Ilich Ramirez Sanchez genannt Carlos.

ParisUnter scharfen Sicherheitsmaßnahmen hat am Montag in Paris ein Prozess gegen den Ex-Top-Terroristen Illich Ramirez Sanchez begonnen. Der einst unter dem Namen „Carlos, der Schakal“ bekannte Venezolaner muss sich wegen Mittäterschaft bei vier Anschlägen aus den Jahren 1982/1983 in Frankreich verantworten.

Ebenfalls angeklagt sind die mutmaßlichen deutschen Komplizen Christa-Margot Fröhlich und Johannes Weinrich sowie der flüchtige Ali al-Issawi. Sie sind alle nicht bei dem Prozess anwesend.

Bei den Anschlägen starben insgesamt elf Menschen; mehr als 100 wurden verletzt. Carlos (62) hatte sie laut Anklage in Auftrag gegeben, um die Freilassung zweier Komplizen zu erzwingen. Er selbst bestreitet die Vorwürfe und ist 1997 bereits in Frankreich wegen der Ermordung zweier französischer Agenten und eines Informanten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Gegen den mutmaßlichen Komplizen Weinrich war im Januar 2000 in Deutschland wegen eines Bombenanschlags in Berlin ebenfalls eine lebenslange Haft verhängt worden. Beide müssen sich wegen Beihilfe zum Bombenanschlag auf den Zug Toulouse-Paris am 29. März 1982 verantworten.

Der Anschlag soll dem damaligen französischen Oppositionsführer und späteren Präsidenten Jacques Chirac gegolten haben. Die Anklage stützt sich dabei auf Dokumente aus der DDR und Ungarn. Zudem wird Carlos ein Anschlag am 31. Dezember 1983 auf einen Hochgeschwindigkeitszug vorgeworfen, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen.

Carlos soll auch an Bombenanschlägen auf den Pariser Sitz des arabischen Magazins „Al Watan Al Arabi“ im April 1982 und auf einen Bahnhof in Marseille mitgewirkt haben. An dem bis zum 16. Dezember angesetzten Prozess werden nach Justizangaben 51 Nebenkläger, 65 Zeugen, 9 Experten und 13 Übersetzer teilnehmen.

Von

dpa

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