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24.07.2014

02:58 Uhr

Qualvolle Hinrichtung

Zwei Stunden Todeskampf für US-Mörder

Bei der Vollstreckung eines US-Todesurteils kam es erneut zu einer verpfuschten Exekution. Erst zwei Stunden nach der Injektion der Giftspritze starb der zweifache Mörder. Lange schnappte er qualvoll nach Luft.

Das Gefängnis in Florence, Arizona, in dem der zweifache Mörder Wood hingerichtet wurde. Nach Verabreichung der Giftspritze rang er zwei Stunden lang mit dem Tode. ap

Das Gefängnis in Florence, Arizona, in dem der zweifache Mörder Wood hingerichtet wurde. Nach Verabreichung der Giftspritze rang er zwei Stunden lang mit dem Tode.

Florence Ein zweifacher Mörder ist am Mittwoch im US-Bundesstaat Arizona nach einem fast zweistündigen Todeskampf qualvoll gestorben. Noch etwa eine Stunde nach der Injektion der tödlichen Giftspritze habe der 55 Jahre alte Joseph Wood geschnaubt und nach Luft geschnappt, schrieben seine Verteidiger in einem Eilantrag ans Gericht, um die Hinrichtung zu stoppen.

Wood starb erst rund zwei Stunden, nachdem ihm der Gift-Cocktail verabreicht wurde, wie die „Washington Post“ berichtete. Wood war 1991 für die Tötung seiner Ex-Freundin und ihres Vaters zum Tode verurteilt worden.

Noch während der Hinrichtung beantragte Woods Anwalt Dale Baich beim Obersten Gericht der USA eine Notfallverfügung, um den Todeskampf zu stoppen. Der Verurteilte „schnappt mehr als eine Stunde lang nach Luft und schnaubt“, hieß es in dem Bittschreiben. Etwa eine halbe Stunde nach dem Tod Woods wurde bekannt, dass Richter Anthony Kennedy das Gesuch abgelehnt hatte.

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Anwalt Baich sprach von einer verpfuschten Exekution, die eigentlich nicht länger als zehn Minuten hätte dauern dürfen. Mehr als 600 Mal habe sein Mandant um Atem gerungen.

Wood wurde zum Tode verurteilt, weil er seine Freundin Debra Dietz und deren Vaters 1989 in Tuscon umgebracht hatte. Mit Dietz hatte der heute 55-jährige zuvor eine turbulente Beziehung geführt, in der er sie wiederholt tätlich angriffen haben soll. Sie hatte versucht sich von ihm zu trennen und erwirkte eine Schutzanordnung gegen Wood.

Mehrmals hatte Todeskandidat Wood die Strafvollstreckung abzuwenden versucht. So berief er sich unter anderem darauf, dass er während seines Prozess keine ausreichende anwaltliche Vertretung hatte. Zudem stellte er die Geheimhaltung rund um die Medikamente in der Todesspritze für die Exekution infrage.

Kommentare (1)

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24.07.2014, 16:09 Uhr

kein Mitleid; hatte er mit seinen Opfern wohl auch nicht.
Somit hat er kurz vorm Exitus noch mitbekommen wie das so ist...quasi dumm gelaufen; für ihn.

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