Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.06.2015

06:59 Uhr

Queen in Deutschland

„Sie wirkt sehr robust, und ihre Mutter wurde 101“

Für Deutschland ist der Queen-Besuch ein buntes Ereignis. Doch die Queen hat mit 89 Jahren auch Sorgen, sagt Charles-Biografin Catherine Mayer. Sie war jahrelang so nah dran an den Royals wie es nur möglich war.

Elizabeth II. für EU

Queen: „Spaltung Europas ist gefährlich“

Elizabeth II. für EU: Queen: „Spaltung Europas ist gefährlich“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

LondonCatherine Mayer aß mit der Queen zu Mittag, begleitete Prinz Andrew nach China und unterhielt sich mit Prinz Charles. Vor kurzem ist ihre Charles-Biografie „Charles - Mit dem Herzen eines Königs“ erschienen. Mit der dpa sprach sie vor dem Queen-Besuch über Sorgen der Monarchin um die Thronfolge, ihre Qualitäten als Mutter und über das Gefühl, einen königlichen Hund auf dem Fuß liegen zu haben.

Sie schreiben in ihrer Charles-Biografie, die Queen mache sich Sorgen über den Thronwechsel. Wie meinen Sie das?
Man macht sich Sorgen im Buckingham-Palast über den Übergang. Thronwechsel und Veränderung ist die schwerste Aufgabe für die Monarchie, denn was sie erhält, ist der Anschein der Kontinuität. Weil die Queen schon so lange auf dem Thron ist, hat sich in den Köpfen der Leute festgesetzt, was ein Monarch ist und was er tut.

Die Handtasche der Queen: Lippenstift, und sonst?

Gerücht

Hartnäckig hält sich das Gerücht, die Queen habe eine Handtaschen-Sprache: Wechselt die Tasche im Gespräch den Arm, soll das dem Personal mitteilen: „Holt mich weg hier.“
Quelle: dpa

Inhalt

Ob es stimmt, darüber wird genau so spekuliert wie über den Inhalt der schwarzen Ledertasche, die Elizabeth II. meist mit sich herumträgt. Ein paar Einblicke ins royale Handgepäck soll es schon gegeben haben:

- Lippenstift

Ist fotografisch belegt. Die Queen hat kein Problem damit, sich in der Öffentlichkeit nachzuschminken. Dazu soll sie auch ein Spiegelchen dabei haben. Klingt plausibel und schön normal.

- Fünf-Pfund-Note, gefaltet

Für die Kollekte im Gottesdienst. Manchmal gebe die Monarchin auch zehn Pfund (etwa 14 Euro), will Queen-Biografin Sally Bedell Smith wissen.

- Mobiler Haken

Wenn's stimmt, wäre das besonders clever. Smith schreibt, die Königin trage einen Haken mit Saugnapf bei sich, den sie überall unterm Tisch befestigen könne - so müsse die teure Tasche nicht auf dem Boden stehen. Ein Dinner-Gast will einmal beobachtet haben, wie Majestät in den Saugnapf gespuckt hat.

- Handy

Wäre nicht überraschend, beim Simsen oder Selfie-Knipsen hat Elizabeth II. aber noch nie jemand gesehen. Biografin Penny Junor behauptet jedenfalls, die Queen spreche per Handy mit ihren Enkeln. „Ich weiß aber nicht, ob es ein Smartphone ist“, sagte sie dem „Telegraph“.

- Brille

Manchmal trägt die Queen eine Sehhilfe, manchmal keine - nicht unwahrscheinlich, dass sie die Brille in der Handtasche hat.

- Glücksbringer

„Was ist in der Handtasche der Queen“ lautet übersetzt der Titel eines Buches von Journalist Phil Dampier. Seine Antwort: Fotos der Familie und Glücksbringer, die die Kinder ihr geschenkt haben. Kleine Hunde und Pferde sollen dabei sein.

- Make-up

Auch das will Dampier wissen - ein Schminkdöschen soll in der Tasche sein, das Ehemann Prinz Philip seiner Elizabeth zur Hochzeit geschenkt hat. Würde ja zum Lippenstift passen.

Und was ist das?
Sie hat ihre ganz eigene Art - sie bestieg mit 25 Jahren den Thron. Niemand weiß, was sie damals dachte, und niemand weiß, was sie jetzt denkt. In Deutschland wird sie ein paar Worte sagen, und danach weiß keiner mehr darüber, was in ihr vorgeht. Jeder kann sich mit ihr identifizieren, weil man alles auf die projizieren kann.

Zur Person: Catherine Mayer ist gebürtige Amerikanerin, kam schon als junges Mädchen nach London und hat beide Staatsbürgerschaften. Sie arbeitete als Journalistin untern anderem für den britischen „Economist“, den deutschen „Focus“ und das US-Magazin „Time“. Im Frühjahr hat sie außerdem eine Partei für Geschlechter-Gerechtigkeit gegründet, die Women's Equality Party. dpa

Charles-Biografin Catherine Mayer

Zur Person: Catherine Mayer ist gebürtige Amerikanerin, kam schon als junges Mädchen nach London und hat beide Staatsbürgerschaften. Sie arbeitete als Journalistin untern anderem für den britischen „Economist“, den deutschen „Focus“ und das US-Magazin „Time“. Im Frühjahr hat sie außerdem eine Partei für Geschlechter-Gerechtigkeit gegründet, die Women's Equality Party.

Das ist mit Charles ja anders...
Ja, das kam für Charles eben nicht infrage. Selbst wenn er keinen Ton mehr sagt, sobald er König ist, weiß man ja, was er denkt über bestimmte Dinge. Zum Beispiel, dass er wegen des Dalai Lama ein Problem mit China hat. Aber ich glaube, dass die Leute sich zu viele Gedanken machen. Seine erste Aufgabe als König wäre, die nationale Trauer um seine Mutter anzuleiten. Schon das wird ihm in den Gefühlen der Leute einen Platz verschaffen.

Es taucht ja immer wieder diese Idee auf, dass statt Charles gleich Prinz William König werden könne. Was denken Sie darüber?
Das hat mit Diana zu tun, die in einem Interview mal angedeutet hat, dass er nicht König werden wolle. Aber für die Royals kommt das so wenig infrage wie Abdankung. Die Abdankung des Onkels von Elizabeth II. war die große Krise der Monarchie. Sie würden nichts machen, was die Thronfolge durcheinander bringt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×