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15.02.2016

11:50 Uhr

Rapper in Not

Wieso Kanye West den Facebook-Chef anfleht

VonLeonidas Exuzidis

Der Meister der Selbstinszenierung hat ein Problem: US-Rapper Kanye West steht vor einem großen Schuldenberg. „Yeezus“ braucht also finanzielle Hilfe – und bittet ausgerechnet Mark Zuckerberg um Unterstützung.

Der US-Rapper bei der Präsentation seines neuen Albums in New York: „The Life of Pablo“ wurde sehnsüchtig erwartet. Reuters

Kanye West bei der New York Fashion Week

Der US-Rapper bei der Präsentation seines neuen Albums in New York: „The Life of Pablo“ wurde sehnsüchtig erwartet.

DüsseldorfNormalerweise müsste Kanye West in diesen Tagen vor Stolz und Tatendrang nur so strotzen. Erst vor wenigen Tagen präsentierte der exzentrische Rapper sein lang ersehntes, neues Album „Life of Pablo“ sowie seine neue Modekollektion in New York. Und das in gewohnter Manier: Über 15.000 Fans, große Töne, große Gesten und allerlei PR. Nur kurze Zeit später droht den Kanye-Fans jedoch ein böses Erwachen – ihr Idol hat scheinbar mit einem riesigen Schuldenberg zu kämpfen.

Mit umgerechnet 47 Millionen Euro scheint der amerikanische Rapper in der Kreide zu stehen. Das gab er via Twitter bekannt und schrieb dazu vor seinem Auftritt bei der TV-Show „Saturday Night Live“: „Ich schreibe Euch, während ich 53 Millionen Dollar Schulden habe. Bitte betet, dass wir das überstehen.“ Nach der Show gab der Ehemann von Kim Kardashian weitere Hilferufe von sich.

Niemand geringeres als Mark Zuckerberg soll West aus seiner persönlichen Misslage befreien. Mit einer stolzen Finanzspritze von einer Milliarde Euro soll der Facebook-Gründer dem Rapper zur Seite stehen. „Mark Zuckerberg, investiere eine Milliarde Dollar in die Ideen von Kanye West“, twitterte West. „Yeezus“ fragte also auf die Art und Weise, in der ein Kanye West nun einmal um Geld bittet: öffentlich und mit viel Aufmerksamkeit.

„Welt, bitte twittere. Facebook, FaceTime, Instagram, damit Mark mir hilft“, schrieb West weiter. Weiterhin bat er Zuckerberg inständig um einen Anruf. Sollte das nicht gelingen, dürfte alternativ auch Google-Gründer Larry Page einspringen. Die offensive Forderung von West via Twitter: „Hey, Larry Page, ich brauche auch deine Hilfe.“

Wests exzentrischer Lebensstil dürfte ihn in diese unangenehme Lage gebracht haben. In den vergangenen Jahren machte der Rapper nie einen Hehl daraus, wie gern er im Luxus lebt. Der US-Rapper liebt die Öffentlichkeit und den Protz, vergöttert seine Familie und sich selbst noch mehr. Vor der Präsentation seines neuen Albums wurde monatelang über den Namen und das Erscheinungsdatum diskutiert und spekuliert.

Sein übergroßes Ego hat West trotz der finanziellen Schwierigkeiten nicht verloren. Der Rapper, ein perfektionierter Meister der Selbstinszenierung, vergaß während seiner zahlreichen Tweets auch nicht, seine eigenen und laut eigener Aussage einzigartigen Fähigkeiten stets zu betonen. „Ich weiß, ich kann die Welt zu einem besseren Ort machen“, schrieb er, „ich werde vor meinem Tod über 100 Grammys haben“, hieß es außerdem.

Vielmehr prangert „Yeezus“ vorwurfsvoll die fehlende Unterstützung an. „Du liebst meine Musik und meine Kunst. Ich bin dein Lieblingskünstler, aber du hörst mein Album, während ich soeben noch atme.“ West, der laut eigener Aussage „nicht genug Ressourcen hat, um das zu kreieren, was er wirklich kann“,  meckert weiter: „Ihr alle habt Euch mit mir getroffen und niemand hat mir Hilfe angeboten.“ Stattdessen würden lieber Schulen in Afrika gebaut. Würde man wirklich helfen wollen, so Kanye, dann sollte man ihn unterstützen.

Die Resonanz bei seinen Fans ist groß. West hat exakt das erreicht, was er wirklich wollte: einmal mehr Aufmerksamkeit für seine Person zu erregen. Unter dem Hashtag #prayingforkanye äußern sich Fans, Kritiker und Promis zu Wests Situation. Zuckerberg scheint sich trotz aller Anstrengungen noch nicht gemeldet zu haben – der Facebook-Gründer ist bei Twitter offiziell nicht mehr aktiv.

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