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12.04.2012

10:49 Uhr

Rassismusdebatte

Mordanklage nach Tod von US-Teenager

Wegen der tödlichen Schüsse auf einen 17-jährigen Afro-Amerikaner ist Anklage gegen den Schützen erhoben worden. Als Mitglied einer Bürgerwehr will der aus Notwehr gehandelt haben. Die Anklage beschuldigt ihn des Mordes.

Zimmerman erstmals vor Gericht - Kein Antrag auf Kaution

Video: Zimmerman erstmals vor Gericht - Kein Antrag auf Kaution

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Jacksonville/SanfordEineinhalb Monate nach den Todesschüssen auf den schwarzen US-Teenager Trayvon Martin hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Todesschützen erhoben. Der 28-jährige George Zimmerman werde des Mordes mit bedingtem Vorsatz beschuldigt, teilte die Sonderanklägerin Angela Corey am Mittwoch mit. Die anfängliche Weigerung der Polizei, das Mitglied einer Bürgerwehr zu verhaften, löste in den USA Proteste und eine Rassismusdebatte aus. Die Polizisten hatten ihre Entscheidung mit den Beteuerungen des Weißen lateinamerikanischer Herkunft begründet, er habe den 17-jährigen Martin in Notwehr erschossen.

Sie habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagte Corey. Die Anklage sei nicht unter Druck der Öffentlichkeit, sondern aufgrund der Fakten und der Gesetze des Bundesstaats Florida erhoben worden. Im Fall eines Schuldspruchs droht dem mittlerweile in Untersuchungshaft sitzenden Zimmerman eine lebenslange Freiheitsstrafe. Seine Anwälte kündigten an, auf nicht schuldig zu plädieren und seine Haftentlassung auf Kaution zu beantragen.

Zimmerman hatte Martin in einem ruhigen Viertel der Stadt Sanford als Verdächtigen gestellt. Bei der Polizei sagte er nach Darstellung seines Vaters und seines Bruders aus, der Teenager habe ihn angegriffen. Daraufhin habe Zimmerman eine auf ihn zugelassene Neun-Millimeter-Pistole gezückt und Martin durch einen Schuss in die Brust getötet.

Der Fall löste einen Proteststurm aus und kostete Sanfords Polizeichef das Amt. Der zuständige Staatsanwalt gab den Fall an die schließlich beauftragte Sonderanklägerin Corey ab. In die Debatte schaltete sich auch Präsident Barack Obama ein. „Hätte ich einen Sohn, wäre er wie Trayvon“, sagte der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten, der Vater zweier Töchter ist.

Von

rtr

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