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18.04.2011

16:33 Uhr

Reaktorunglück in Japan

Starke Strahlung außerhalb der Evakuierungszone

Greenpeace hat rund 60 Kilometer vom Unglücksreaktor Fukushima entfernt überhöhte Strahlungswerte gemessen. Vor allem seien Präventionsmaßnahmen der Regierung fast nicht vorhanden. Am Reaktor bleibt Wasser das Problem.

Aufräumarbeiten in der Evakuierungszone nahe der Atomruine. Quelle: dpa

Aufräumarbeiten in der Evakuierungszone nahe der Atomruine.

Tokio/BerlinIn der Atomruine Fukushima und der Katastrophenregion werden immer mehr Details über die Höhe der Strahlung bekannt. Die Unglücksgegend ist nach Messungen der Umweltorganisation Greenpeace deutlich radioaktiv belastet. Innerhalb der zerstörten Reaktoren maßen ferngesteuerte Roboter am Sonntag stark erhöhte Strahlenwerte. Große Mengen an radioaktiv verseuchtem Wasser erschwerten die Arbeiten in der Atomruine. Fünf Wochen nach der Katastrophe bekommen Verbraucher in Deutschland die Folgen von Produktionsausfällen zu spüren.

Die Umweltorganisation Greenpeace fürchtet eine weltweit steigende Strahlenbelastung infolge der Atomkatastrophe. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betonte am Montag aber, in Deutschland seien keine Gesundheitsgefahren wegen radioaktiver Stoffe aus Japan zu befürchten.

In der Stadt Fukushima, rund 60 Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt, seien noch bis zu vier Mikrosievert pro Stunde gemessen worden, sagte Greenpeace-Experte Thomas Breuer am Montag in Hamburg. Die Bevölkerung bekomme dort in 14 Tagen die höchste vertretbare künstliche Strahlendosis für ein Jahr ab.

In der Stadt Koriyama sei diese Dosis in 42 Tagen erreicht. Die höchste Strahlenbelastung maß das Team nach Breuers Angaben in zwei Dörfern der Region mit sieben bis 48 Mikrosievert pro Stunde. Dort erhielten die Bewohner im Schnitt bereits in zwei Tagen die Jahresdosis.

Greenpeace sieht eine zusätzliche Belastung von 1000 Mikrosievert (1 Millisievert) im Jahr als höchste vertretbare Dosis an. Dieser Wert liegt in etwa bei der Hälfte der durchschnittlichen natürlichen Strahlenbelastung in Deutschland. Es müsse über weitere Evakuierungen nachgedacht werden ebenso über Maßnahmen gegen den radioaktiven Staub. Spielplätze und Kindergarten sollten vielerorts geschlossen werden.

Kommentare (4)

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Eckbert21

18.04.2011, 15:20 Uhr

Frage an den Redakteur: Was sind die Absolutwerte ?

1. 60km vom AKW ist die Starhlendosis 4.10-3 mSv/Stunde = 0.096 mSv/Tag => in 14Tagen = 1.3 mSv

Sind die 1.3 mSv jetzt die zulässige Jahresdosis für die Bevölkerung im Falle einer Kernschmelze ?

2. Weiter heißt es für bestimmte Orte sind 48.10-3 mSv/h gemessen worden. 48.10-3 mSv/Stunde = 1.15 mSv/Tag
=> bei zwei Tagen = 2.3 mSv

Was ist denn jetzt die Jahresdosis ? 1.13 mSv oder 2.3 mSv ?

Weiter würde ich gerne wissen, ob die zulässige Jahresdosis als Grenzwert bei Normalbetrieb der Anlage zu verstehen ist oder bei einem Unfall. Es ist ja leicht einzusehen, dass Grenzwerte für den Normalbetrieb im Falle eines Unfalles nicht eingehalten werden.

Handelsblatt_Online

18.04.2011, 16:51 Uhr

Der Grenzwert wird von Greenpeace mit 1000 Mikrosievert (1 Millisievert) pro Jahr angegeben. Noch 60 Kilometer vom Reaktor Fukushima entfernt konnte in der Spitze ein Strahlungswert von 4 Mikrosievert pro Stunde festegestellt werden. Bei diesem Wert wäre nach weniger 14 Tagen die Jahreshöchstdosis überschritten.

In den Regionen näher am Reaktor, mit Spitzen bis 48 Mikrosievert pro Stunde, kann das in zwei, bei maximaler gemessener Belastung auch nach 24 Stunden der Fall sein.

Die Jahresdosis bezieht sich auf radioaktive Strahlung, die über die permanente und unvermeidliche Hintergrundstrahlung hinaus geht. 1000 Mikrosievert ist bereits der Wert, der die gesundheitsgefährdende Grenze, auch bei außergewöhnlichen Ereignisse, setzt.

StrahlendeZukunft

19.04.2011, 08:30 Uhr

Die Akw`s landen demnächst in den Tiefen des Pazifik, wenn die Hälfte von Japan wegbricht durch die generierten Beben.....
Dann kommen noch ca. 15 Akw`s von dem geplanten großen Beben an der New Madrid fault dazu......
Dazu kommen noch ein paar von der Westküste Amerikas.....

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