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06.03.2012

19:26 Uhr

Rechte Szene

Kleidergeschäft angeblich nach Breivik benannt

In Chemnitz hat ein rechter Szeneladen eröffnet, der sich „Brevik“ nennt. Der Name des „Thor Steinar“-Geschäfts erinnert an den Oslo-Attentäter Breivik. Die Zivilgesellschaft protestiert.

Attentäter Anders Breivik hier beim Prozessauftakt. AFP

Attentäter Anders Breivik hier beim Prozessauftakt.

LeipzigDie bei Rechtsextremen angesagte Kleidermarke „Thor Steinar“ sorgt erneut für Proteste. Im Zentrum der Kritik steht diesmal ein vergangene Woche eröffnetes Geschäft im sächsischen Chemnitz. Nicht nur, dass der Laden kurz vor dem 67. Jahrestag der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg eröffnete, an dem am Montag zugleich tausende Bürger gegen Rechts demonstrierten.

Provozierend ist auch sein Name - „Brevik“ - der unweigerlich Erinnerungen an den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik weckt, der im vergangenen Sommer insgesamt 77 Menschen getötet hatte.

Die meisten „Thor Steinar“-Läden sind nach Ortschaften in Norwegen benannt. Es gibt auch eine Kleinstadt an der Südküste namens Brevik. Doch die Namensähnlichkeit mit dem rechtsextremen Oslo-Attentäter empfinden Politiker, Gewerbetreibende und Bürger in Chemnitz zunehmend als Provokation, weshalb sich nun Widerstand formiert.

„So etwas ist schockierend und völlig inakzeptabel“, sagt die Sprecherin der Stadt Chemnitz, Katja Uhlemann. Die Stadtverwaltung habe mit dem Vermieter Kontakt aufgenommen, um die weiteren Schritte zu beraten. „Wir prüfen alle rechtlichen Möglichkeiten, um gegen den Laden vorzugehen“, sagt Uhlemann und fügt hinzu: „Für uns als Stadt ist klar: Wir wollen so einen Laden nicht haben.“

Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Hanka Kliese, die ganz in der Nähe ihr Wahlkreisbüro hat, ist entsetzt und sorgt sich um das Image von Chemnitz. Die Eröffnung des Geschäfts werfe „ein schlechtes Licht auf die Stadt“. Der Name sei „eine Kampfansage“ und zeige auch, dass die bei Rechtsextremen beliebte Modemarke nicht verharmlost werden dürfe.

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