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11.12.2013

10:25 Uhr

Redtube.com-Skandal

Gericht verwechselt Porno-Plattform mit Tauschbörse

Das zuständige Gericht in Köln hat die Sexfilm-Plattform Redtube mit einer Tauschbörse verwechselt – nur dann darf es Kundendaten zu IP-Adressen anfordern. Die Abmahnungswelle könnte weitergehen, wenn andere Provider die Daten herausgeben müssen.

Keine Tauschbörse, sondern ein Streaming-Angebot: Bei Redtube.com werden die Sex-Videos nicht oder nur ganz kurz auf den Rechner des Nutzers heruntergeladen – rechtlich eine Grauzone. Screenshot

Keine Tauschbörse, sondern ein Streaming-Angebot: Bei Redtube.com werden die Sex-Videos nicht oder nur ganz kurz auf den Rechner des Nutzers heruntergeladen – rechtlich eine Grauzone.

KölnNächstes Kapitel in dem juristischen Streit um das Sexfilm-Streaming-Angebot Redtube.com: Die Weitergabe der Nutzerdaten der Sexfilm-Seite war vermutlich rechtswidrig, vermuten Juristen. Die Kanzlei Urmann und Collegen aus Regensburg hatte Abmahnschreiben an die Nutzer des Portals verschickt. Zwischen 10.000 und 20.000 sollen laut „Welt“ betroffen sein.

Den Nutzern der Sexfilm-Seite wird vorgeworfen, durch die Nutzung der auf Redtube gestreamten Filme das Urheberrecht verletzt zu haben. Die abgemahnten Nutzer sollen eine Unterlassungserklärung unterschreiben und 250 Euro an den Rechtevertreter „The Archive“ überweisen, den die Anwaltskanzlei offenbar vertritt.

Für neuerlichen Ärger sorgt nun die Frage, wie die Anwaltskanzlei an die privaten Daten der Nutzer gekommen ist. Klar ist, dass sich der Rechtevertreter „The Archive“ in etwa hundert Auskunftsanträgen mit diesen IP-Adressen an das Landgericht Köln gewandt hatte.

Musik aus dem Netz

Aupeo (Radio-Streaming)

Gestartet 2008, Sitz Berlin.

Musikangebot: ca. 1 Million Titel. Auswahl von Stationen für Musikgattungen und Stimmungen, kostenloses Angebot mit Werbung und Abo-Modell.

Last.fm (Radio-Streaming)

Gestartet 2002, Sitz: London.

Musikangebot: ca. 7 Millionen Titel. Spielt nach Angabe von Lieblingsgruppen Musik von ähnlicher Richtung.

Pandora (Radio-Streaming)

Gestartet 2000, Sitz: Oakland, Kalifornien.

Musikangebot: ca. 1 Million Titel. Spielt nach Vorgaben der Nutzer Musik in ähnlicher Richtung, in Deutschland nicht verfügbar.

wahwah.fm (Radio-Streaming)

Gestartet 2011, Sitz: Berlin.

Musikangebot: 12 Millionen Songs. Überträgt Songs von anderen registrierten Smartphone-Nutzern in der Umgebung.

Deezer (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2007, Sitz: Paris.

Musikangebot: 13 Millionen Titel.

MOG (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2005, Sitz: Berkeley, Kalifornien.

Musikangebot: 14 Millionen Titel. In Deutschland nicht verfügbar.

Napster (On-Demand-Streaming)

Gestartet 1999 als Tauschplattform, seit 2005 als kommerzieller On-Demand-Service, Sitz: Los Angeles.

Musikangebot: 15 Millionen Titel.

rara.com (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2011, Sitz: London.

Musikangebot: mehr als 10 Millionen Titel.

Rdio (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2010, Sitz: San Francisco.

Musikangebot: mehr als 12 Millionen Titel.

Simfy (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2008, Sitz: Stockholm.

Musikangebot: über 16 Millionen Titel.

Spotify (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2008, Sitz: Stockholm.

Musikangebot: über 16 Millionen Titel.

Ein Sprecher des Gerichts hatte der Nachrichtenagentur dpa am Montag bestätigt, das Landgericht zugestimmt habe, dass bei den Internetprovidern wie der Deutschen Telekom die Hausanschriften der Betroffenen mit Hilfe der IP-Adressen ermittelt werden konnten. Das Landgericht erteilt solche Auskunftsbeschlüsse nach Paragraf 101 des Urheberrechtsgesetzes immer dann, wenn eine vermutliche Urheberrechtsverletzung vorliegt.

Genau diese Urheberrechtsverletzung bezweifelt der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke. Er vertritt nach eigenen Angaben viele der Betroffenen. Bislang ist es juristisch umstritten, ob sich nur derjenige strafbar macht, der urheberrechtlich geschütztes Material illegal verbreitet, oder auch derjenige, der die gestreamten Filme anschaut.

„Aus meiner Sicht haben sich die Konsumenten nicht strafbar gemacht“, sagte Solmecke am Montag. Rechtlich entscheidend sei in diesem Fall, ob die Nutzer offensichtlich erkennen konnten, dass die Filme rechtswidrig auf dem Portal verbreitet wurden. „Anders als im Beispiel der Website Kino.to ist dies bei den Filmen von Redtube aber nicht der Fall“, sagte Solmecke.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

11.12.2013, 10:42 Uhr

Tja, die Gerichte sollten sich mal mit der lebensnahen Realität beschäftigen. Und so selten ist das ja auch nicht, das Gerichte Beschlüsse über irgendwelche Verfahren erlassen, und nicht ansatzweise Ahnung von der zu verhandelnden Materie haben.
Also allgemein verständlich ausgedrückt: das ist in etwa so, wie Gabriel gerne Wirtschaftsminister wäre.

Von Nix ne Ahnung, und das zu 100%.

no_bebo

11.12.2013, 11:05 Uhr

Vielleicht war es auch "Kölscher Küngel" genannte Korruption am Gericht.

jura

11.12.2013, 11:08 Uhr

Bestechungsskandal, sind Richter bestechlich??

Ich will ja keinem Richter zu nahe treten, aber kann es sein, dass diese Richter du etwas "Die Hand aufgehalten" haben ??

Das ganze Abmahn-Projekt ist ein Mega Geschäft. Und wie wir von Debeka es kennen, auch Beamte halten gerne mal die Hand auf. Wenn diese aktuelle Sache ca. 20.000 * 250 € einbringt, sind das schon ein paar Millionen, die da zusammen kommen und wer will da nicht etwas abbekommen.

Ich glaube nicht, dass die Richter dumm sind, aber sie sind offensichtlich bestechlich.

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