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22.02.2017

13:55 Uhr

Reederei Briese

Ostfriesen suchen Lösung für Entführungsopfer

Ein Frachter der Reederei Briese wurde Opfer eines Piratenüberfalls. Acht Crewmitglieder werden festgehalten. In Zusammenarbeit mit deutschen Behörden stehen die Ostfriesen in Kontakt mit den Entführern.

Vor den Küsten Afrikas werden Handelsschiffe häufiger von schwer bewaffneten Piraten überfallen. dpa

Piraterie

Vor den Küsten Afrikas werden Handelsschiffe häufiger von schwer bewaffneten Piraten überfallen.

Leer/AbujaPiraten haben seit mehr als zwei Wochen acht Crewmitglieder eines Frachters der ostfriesischen Reederei Briese in ihrer Gewalt. Die Angreifer hatten die „BBC Caribbean“ am 5. Februar vor der Küste Nigerias überfallen. Nach einem Schusswechsel nahmen sie sieben russische Besatzungsmitglieder und einen ukrainischen Seemann als Geiseln und verschleppten sie an einen unbekannten Ort. „Wir haben Kontakt mit den Entführern und den Opfern und arbeiten weiter an einer Lösung zur Freilassung“, sagte ein Reedereisprecher am Mittwoch in Leer.

Ein Krisenstab des Unternehmens steht dazu in engem Kontakt mit den deutschen Behörden. Der Frachter hatte nach dem Überfall mit ausgetauschter Besatzung die Insel Gran Canaria für Reparaturarbeiten angesteuert.

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Geiselnahmen sind ein profitables Geschäft – allerdings nicht für die Piraten. Während diese ihr Leben riskieren, fließt das meiste Geld an Hintermänner. Die Seeräuber erhalten meist weniger als ein Prozent der Beute.

Vor der Küste Westafrikas kommt es nach Informationen des Bundesnachrichtendienstes regelmäßig zu ähnlichen Überfällen. Dabei verfolgen schwer bewaffnete Piraten mit schnellen Booten Handelsschiffe, entern sie und rauben Teile der Ladung. Häufig werden Besatzungsmitglieder an Land verschleppt, um Lösegeld zu erpressen.

2013 waren vor Westafrika insgesamt acht deutsche Schiffe von Angriffen betroffen. Dabei wurden in zwei Fällen mehrere Besatzungsmitglieder ins Landesinnere von Nigeria verschleppt und später gegen ein Lösegeld freigelassen. Nach Angaben des Bundesnachrichtendienstes waren dort 2014 sechs Schiffe deutscher Eigner von Raubüberfällen betroffen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Anno Nymicus

22.02.2017, 14:59 Uhr

"Russland is da, wo Russen sind" - so oder so ähnlich hieß es doch letztens noch aus russischen Regierungskreisen, oder vom Chef persönlich.

Dementsprechend würde ich mich damit an die Russen wenden.
Die russischen Spezialkräfte können dann:
A) ein Exempel statuieren & zeigen was passiert, wenn man Russen entführt
und
B) via PR- Kampagne nach innen die eigene Stärke proklamieren.

Wenn man hingegen blecht, beschwört man doch hierbei ein Erfolgsmodell hervor: Führt zu mehr Nachahmer & derartige Folgeaktionen.

Die Zukunftsperspektiven in den Köpfen der Menschen bewegen sich durch diese gutgemeinten Fehlanreize irgendwo zwischen Piraterie oder Flucht ins gelobte Land - anstelle sich pers. weiter zu entwickeln und damit en passant das eigene Land mal endlich aufzubauen.

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