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27.12.2012

15:12 Uhr

Regen und Schneeschmelze

Schifffahrt in Gefahr

Nach der 38-stündigen Zwangspause über Weihnachten droht die Schifffahrt wieder zum Erliegen zu kommen. Niederschläge und Schmelzwasser, besonders in Süddeutschland, verschärfen die Lage an Deutschlands Flüssen.

Ein unpassierbarer vom Hochwasser des Rheins überfluteter Bootssteg am Rheinufer in Köln. Die Hochwasserlage in Köln hat sich am ersten Weihnachtsfeiertag entspannt. Doch weitere Regenfälle könnten die Lage verschärfen. dapd

Ein unpassierbarer vom Hochwasser des Rheins überfluteter Bootssteg am Rheinufer in Köln. Die Hochwasserlage in Köln hat sich am ersten Weihnachtsfeiertag entspannt. Doch weitere Regenfälle könnten die Lage verschärfen.

DüsseldorfDer Schifffahrt auf dem Rhein droht eine erneute Zwangspause. Die Wasserschutzpolizei in Karlsruhe rechnet damit, dass die Schifffahrt am Oberrhein in den kommenden Tagen wieder unterbrochen werden muss. Schiffe können derzeit den Fluss langsamer befahren.

Bereits über Weihnachten hatte die Schifffahrt für 38 Stunden wegen der hohen Pegelstände pausieren müssen. Die Schiffe drohten die Deiche zu beschädigen, zum Teil kann es auch bei der Durchfahrt unter Brücken zu Problemen kommen. Nach dem Stillstand war die Schifffahrt auf dem Rhein zwischen Iffezheim und Germersheim in Rheinland Pfalz am Mittwoch wieder freigegeben worden.

Überschwemmungsgefahr in Deutschland

Wie groß ist die Gefahr von massiven Überschwemmungen?

Das hängt von drei Faktoren ab: der Niederschlagsmenge vor Ort, dem Wasser der Schneeschmelze aus dem Süden sowie der Geschwindigkeit, mit der dieses Wasser durch die Flüsse abfließt.

Regen und Schmelzwasser – was lässt die Pegel steigen?

0,1 Kubikmeter schmelzender Schnee entsprechen etwa der Wassermenge von 20 bis 30 Milliliter Regen. Doch vor Ort getauter Schnee ändert die Hochwasserlage dort nicht.

Welche Gebiete sind besonders vom Hochwasser bedroht?

Orte, wo flussnah gebaut wurde. Köln kann etwa weniger Hochwasser verkraften als die Anlieger weiter nördlich am Rhein.

Wie wird eine Hochwasser-Prognose erstellt?

Statistische Werte aus vorangegangenen Überschwemmungen, die Bodenbeschaffenheit (wie viel kann der Boden aufnehmen?) sowie die Menge an Wasser, die pro Sekunde durch den Rhein fließt (bei Dormagen sind es etwa 14.000 Kubikmeter), gehen in die Prognose ein. Auch das Schadenspotenzial spielt eine Rolle, also etwa, ob im „Hinterland“ nur Äcker überschwemmt würden oder ein Krankenhaus oder eine Schule betroffen wäre.

Wie viel Wasser können Überschwemmungsflächen aufnehmen?

Überschwemmungsflächen, die sich in den Hochwasserschutzgebieten befinden, können unterschiedlich viel Wasser aufnehmen. Das hängt von der Bodenbeschaffenheit ab und davon, wie hoch die Fläche liegt. Am Mittel- und Oberrhein werden solche Flächen bei Hochwasser geöffnet, am Niederrhein laufen diese Flächen vor den Deichen bei Hochwasser automatisch voll. Eine solche Fläche, die das Überschwemmungswasser aufnimmt, senkt den Pegelstand um 20 bis 30 Zentimeter.

Die Lastschiffe dürfen die Strecke derzeit aber nur mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde befahren. Auch auf dem Mittelrhein in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen kommen sie nur langsam voran, weil sie nur noch auf in der Mitte der Flüsse fahren dürfen.

Beim Wiederanstieg des Hochwassers könnte es bei Koblenz um 20 bis 30 Zentimeter höhere Wasserstände als derzeit geben. Der Pegelstand im Maxau lag am Donnerstag bei 7,25 Metern. In Bayern waren insbesondere das obere Maingebiet, die Flüsse Regen, Naab und Altmühl betroffen, wie der Hochwassernachrichtendienst des Landesamtes für Umwelt mitteilte.

Wegen starken Regens herrsche in den kommenden Tagen in den Main-Zuflüssen und bei den nördlichen Donauzuflüssen Hochwassergefahr.

Während sich in Sachsen und Sachsen-Anhalt die Hochwasserlage entspannte, wurde auf dem Brocken im Harz vor schweren Sturmböen gewarnt. Der Deutsche Wetterdienst rechnete mit Geschwindigkeiten von mehr als 120 Kilometern pro Stunde.

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