Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.12.2014

13:37 Uhr

Rekordzahl an Toten

So viele Leichen wie nie zuvor im „Tatort“

Nie sahen „Tatort“-Fans so viele Menschen sterben wie in diesem Jahr: 150 Leichen gab es – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Für ein Drittel davon ist ein einziger Krimi verantwortlich.

Absolut leichenreichster „Tatort“ war die Folge „Im Schmerz geboren“ mit Ulrich Tukur als Ermittler Felix Murot. dpa

Absolut leichenreichster „Tatort“ war die Folge „Im Schmerz geboren“ mit Ulrich Tukur als Ermittler Felix Murot.

BerlinSo oft wurde noch nie gestorben am Sonntagabend nach der „Tagesschau“ – also auf dem wohl besten Sendeplatz, den das deutsche Fernsehen jetzt noch vorzuweisen hat. Nach dem Aus der Samstagabendshow „Wetten, dass..?“ unkten viele, jetzt gebe es in der TV-Unterhaltung nur noch den „Tatort“ als Lagerfeuer der Nation.

Der beliebte ARD-Sonntagskrimi zeigte jedenfalls im Jahr des Todes vom ZDF-Klassiker „Wetten, dass..?“ so viele Todesfälle wie nie zuvor in seiner 44-jährigen Geschichte. 150 Leichen zählte die Fan-Seite „Tatort-Fundus“ für die diesjährigen 36 „Tatort“-Erstausstrahlungen. Auch in diesem Jahr war „erschossen“ wieder die häufigste Todesart in dem Krimiklassiker.

In mindestens 46 Fällen wurde ein Mensch erschossen, weitere Todesarten waren zum Beispiel „erwürgt“, „erschlagen“, „erstochen“, „vergiftet“ oder „verbrannt“. Im Jahr 2013 gab es 73 Tote in ebenfalls 36 Krimis, 2012 sogar 88 Tote in 35 Filmen. Im Gegensatz zur anderen ARD-Sonntagskrimireihe „Polizeiruf 110“ (etwa die Folge „Hexenjagd“ vom 14. Dezember) kam 2014 kein einziger „Tatort“ ganz ohne Leiche aus.

„Wir zählen die Leichen, die während der Handlung entstehen und nicht die, die in der Geschichte Erwähnung finden oder früher gestorben sind“, erklärte François Werner von „Tatort-Fundus.de“ in Mannheim, die Leichen-Zählweise seines Teams.

Absolut leichenreichster „Tatort“ war demnach die Folge „Im Schmerz geboren“ (12. Oktober) vom Hessischen Rundfunk (HR). 51 Leichen zählte „Tatort-Fundus.de“ in dem experimentellen Film mit Ulrich Tukur als Ermittler Felix Murot. Der HR hatte zuvor 47 Leichen angekündigt, was sich jedoch bei genauerer Zählung als untertrieben herausstellte. Manch Zählender kam auch auf andere Zahlen um die 50.

Die Mitverantwortliche Liane Jessen vom HR hatte schon vor der Ausstrahlung betont, die genaue Zahl sei eigentlich egal, die vielen Toten seien dem Genre geschuldet. Der Film sei eine Mischung aus Italo-Western, Quentin-Tarantino-Film und Shakespeare-Drama.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×