Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.09.2012

03:29 Uhr

Republikaner-Rede

Clint Eastwood erklärt die Sache mit dem Stuhl

Ein Mann, ein Stuhl, eine Idee: Erstmals nach seiner umstrittenen Rede beim Parteitag der Republikaner meldet sich Clint Eastwood wieder zu Wort. Dabei erklärt er auch, was ihn auf die Idee mit dem Stuhl gebracht hat.

Eine lebensgroße Pappfigur von Clint Eastwood samt Stuhl prangt über einer Autobahn in Kalifornien. dapd

Eine lebensgroße Pappfigur von Clint Eastwood samt Stuhl prangt über einer Autobahn in Kalifornien.

Los AngelesGut eine Woche nach seinem umstrittenen Auftritt beim Nominierungsparteitag der US-Republikaner hat sich Hollywood-Ikone Clint Eastwood erstmalig öffentlich geäußert.

Der 82-Jährige hatte vergangene Woche eine Rede gehalten und dabei mit einem imaginären Barack Obama gesprochen, der durch einen leeren Stuhl neben dem Rednerpult symbolisiert wurde.

Wahlkampf mal anders

Clint Eastwoods legendäres Stuhlgespräch

Wahlkampf mal anders: Clint Eastwoods legendäres Stuhlgespräch

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Idee dazu, sei ihm erst kurz vor dem Betreten der Bühne gekommen, sagte Eastwood am Freitag in einem Interview der kalifornischen Tageszeitung "Carmel Pine Cone". "Ich hatte mir nicht genau zurechtgelegt, was ich sagen würde, bis ich es gesagt habe", erklärte der Schauspieler und Regisseur seine Rede.

Auf die Idee sei er gekommen, als man ihm hinter der Bühne einen Stuhl angeboten habe. "Da war dieser Stuhl und jemand fragte mich, ob ich mich nicht setzen wolle." Ursprünglich sei ihm gesagt worden, dass er fünf Minuten Redezeit habe. Allerdings sei es kompliziert gewesen, die Zeit zu messen, auch weil es keinerlei Signale gegeben habe. Eastwoods Auftritt, der nicht zuletzt online für viel Furore sorgte, dauerte am Ende zwölf Minuten.

Er habe sein Ziel erreicht, drei Dinge zu vermitteln, zog Eastwood nun Bilanz: „Dass nicht jeder in Hollywood links steht, dass Obama eine Menge Versprechen gebrochen hat und dass die Leute das Recht haben, jeden Politiker abzusetzen, der keine gute Arbeit leistet“.

„Präsident Obama ist der größte Schwindel, dem das amerikanische Volk je aufgesessen ist“, sagte Eastwood weiter. „Romney und Ryan würden ihren Job viel besser machen, das Land zu regieren, und das soll jeder wissen. Ich mag viele Linke vor den Kopf gestoßen haben, aber ich habe auf die Leute in der Mitte gezielt“.

Eastwood räumte ein, dass sein Auftritt „sehr unorthodox“ gewesen sei. „Da steht dieser verrückte Schauspieler, der 82 Jahre alt ist, dort oben in einem Anzug“, resümierte der Filmemacher. „Ich war mal Bürgermeister, und die dachten wohl, ich wüsste wie man eine Rede hält. Aber selbst als Bürgermeister habe ich nie Reden von mir gegeben. Ich habe Vorträge gehalten“.

Er sei sich bewusst gewesen, dass er einige Mal ins Stocken geraten sei. Aber so sei das eben, "wenn du keine ausgearbeitete Rede hast", sagte Eastwood. Anschließend hätten ihm der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und sein Vize Paul Ryan jedenfalls gedankt: " Sie waren sehr begeistert und wir haben alle gelacht."

Eastwooding: So spottet Twitter über Clint Eastwood

Eastwooding

So spottet Twitter über Clint Eastwood

Nach dem bizarren Zwiegespräch von Clint Eastwood mit einem Stuhl als imaginärem Obama beim Parteitag der Republikaner, erntet der Schauspieler Spott und Hohn im Netz. „Eastwooding“ ist das Schlagwort der Stunde.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

08.09.2012, 08:36 Uhr

Eastwood liebe ich für seine Filme,nicht für seine politische Einstellung.
Aber besser jemand engagiert sich politisch,als nur zuzusehen.
Wir alle haben die Wahl.Und auch wenn wir der Meinung sind,dass Wahlen nichts ändern können wir dagegen etwas tun.Die größte Kraft unserer Zeit ist Information und Bildung.Wir dürfen nur nicht zulassen,dass diese zentralistisch gelenkt wird.

Account gelöscht!

08.09.2012, 09:46 Uhr

Es war wohl die letzte Chance,nochmals live eine große Öffetnlichkeit zu erlangen.Dass er dies auf dem Kongress der Demokraten tat,hatte etwas zusätzlich Spektakuläres.Allein seine anerkannte Größe als Filmschaffender über Jahrzehnte berechtigte ihn jedoch nicht,mit dem amtierenden Präsidenten,sozusagen als Trojanisches Pferd der Republikaner,so rüde in Gericht zu gehen.Auch ein fehlendes Manuskript kann das nicht rechtfertigen.

Blinse

08.09.2012, 23:53 Uhr

@hewera
Sie verwechseln Demokraten und Republikaner.

Zu Eastwood: Schade, daß sich so ein verdienter Filmstar noch mal so senil "präsentieren" muß. Der Auftritt war beschämend schlecht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×