Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2010

15:41 Uhr

Rettungsaktion

Besetzte Seilbahn bleibt in luftiger Höhe stehen

Bei eisigen Temperaturen haben am Dienstag im oberbayerischen Lenggries 43 Menschen für bis zu zweieinhalb Stunden in den kleinen Gondeln einer Seilbahn ausharren müssen. Mehrere Hubschrauber, Feuerwehrfahrzeuge und zahlreiche Helfer waren bei der spektakulären Rettungsaktion im Einsatz.

Ein Polizeihubschrauber fliegt über der Seilbahn am Brauneck in Lenggries. Das Foto wurde von einem Betroffenen aus einer der Gondeln aufgenommen. dpa

Ein Polizeihubschrauber fliegt über der Seilbahn am Brauneck in Lenggries. Das Foto wurde von einem Betroffenen aus einer der Gondeln aufgenommen.

HB LENGGRIES. Kurz nach Mittag waren alle Passagiere wieder auf festem Boden. Verletzt wurde niemand. Ursache für den plötzlichen Stopp der Brauneck-Seilbahn war ersten Vermutungen nach ein mechanischer Schaden an einer Gondel, wie der Geschäftsführer der Bahn, Peter Lorenz, sagte. Dadurch sei ein Nothalt ausgelöst worden, der die gesamte Anlage blockierte.

Gegen 9:45 Uhr war bei der Bahn am Brauneck eine Betriebsstörung gemeldet worden – auf den Seilen ging nichts mehr. Schnell wurden mehrere Hubschrauber für die Rettung der Passagiere angefordert. Nur kurze Zeit später waren fünf Hubschrauber und zusammen mehr als 100 Helfer im Einsatz, 80 allein von der Bergwacht. Bereits rund eineinhalb Stunden nach dem Stopp der Bahn wurden die meisten Passagiere in der Nähe der Tal- und Bergstation geborgen. In der Mitte der Bahn gestaltete sich die Rettung zum Teil schwieriger. Hubschrauber mussten eingesetzt werden. Ein Polizeisprecher sagte, es habe keine Panik unter den Fahrgästen gegeben.

Während die Passagiere in der Nähe der Talstation zum Teil mit Feuerwehr-Drehleitern aus den Gondeln klettern konnten, mussten andere mit Seilen gerettet werden. In der Mitte waren dann die Hubschrauber nötig. Nach der Befreiung aus den Gondeln wurden die Fahrgäste zum Teil mit Fahrzeugen ins Tal gebracht. Dort kümmerten sich Helfer um die Geretteten. Wer mit Skiern in der Bahn unterwegs war, konnte die Tal-Fahrt sogar selbst auf den Brettern antreten.

„Alle Betroffenen waren ruhig und gefasst, wurden zu Tal gebracht und dort betreut und mit Getränken versorgt“, sagte Bergwacht- Sprecher Roland Ampenberger. Die meisten kamen laut Polizei aus der Umgebung. Die 1957 erbaute und mehrfach erneuerte Bahnanlage befördert pro Jahr rund 100 000 Gäste. Die Seilbahnaufsicht bei der Regierung von Oberbayern soll zusammen mit dem Tüv Süd die genaue Ursache für den Nothalt ermitteln. Vermutlich werde die Bahn auch am Mittwoch noch geschlossen bleiben, hieß es.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×