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14.08.2014

15:07 Uhr

Rettungsaktion schwierig

Höhlenforscher verunglückt in „Jack Daniel's"-Höhle

Erneut ist ein Höhlenforscher schwer verletzt worden. Der 24 Jahre alte Pole wartet 250 Meter vom Einstieg der Höhle im österreichischen Tennengebirge entfernt auf Rettung. Doch die Helfer haben mit Problemen zu kämpfen.

Im österreichischen Tennengebirge verunglück: der 24 Jahre alte Pole.

Im österreichischen Tennengebirge verunglück: der 24 Jahre alte Pole.

SalzburgIn einer Höhle im österreichischen Tennengebirge ist ein polnischer Forscher schwer verletzt worden. Der Mann befinde sich offenbar rund 200 Meter vom Einstieg der „Jack Daniel's"-Höhle entfernt, meldete die Nachrichtenagentur APA am Donnerstag unter Berufung auf eine Sprecherin der Bergrettung.

Demnach gestaltete sich die Rettungsaktion für den Forscher schwierig, weil zurzeit kein Flugwetter herrsche und daher alle Retter zu Fuß zum Eingang der Höhle steigen mussten. Dies könnte etwa drei bis vier Stunden dauern, hieß es.

Höhlenforscher in Gefahr: Eine Chronologie

Unfälle

Höhlenforscher leben gefährlich. Nach Unfällen konnten schon viele von ihnen aus der Tiefe geborgen werden. Manchmal aber kamen die Helfer zu spät.
Quelle: dpa

November 2009

Helfer befreien einen zwölf Stunden lang unter Felsen eingeklemmten Höhlenforscher im Westerwald. Mehrere Steinbrocken hatten sich gelöst, als sich der 46-Jährige durch eine enge Stelle zwängte. Er war mit drei Kollegen unterwegs, die die Retter alarmierten.

Dezember 2009

Nach Tagen in Todesangst werden drei Höhlenforscher in den Pyrenäen aus 700 Metern Tiefe gerettet. Die Forscher hatten nicht mit der Schneeschmelze gerechnet, ein unterirdischer Fluss schnitt ihnen den Rückweg ab. Einer von ihnen verbrachte seinen 31. Geburtstag in der Grotte im Bergmassiv La Pierre Saint-Martin.

Oktober 2010

Die Suche nach einem verschollenen französischen Höhlenforscher nimmt ein trauriges Ende. Rettungstaucher entdecken die Leiche des vermissten 45-Jährigen. Der Forscher aus Nizza hatte die Höhle in der südfranzösischen Flusslandschaft Gorges de l'Ardèche kartographieren wollen. Ein unterirdischer Erdrutsch versperrte ihm den Rückweg.

August 2013

Bergungstrupps können vier Höhlenforscher in Nordspanien retten, die drei Tage vermisst waren. Die drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 32 und 49 Jahren hatten sich in dem System von unterirdischen Gängen verirrt. Als das Quartett nicht zurückkehrte, alarmierte ein Kollege, der draußen gewartet hatte, die Retter.

Juni 2014

In der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden haben Ärzte mit der Versorgung des schwer verletzten Höhlenforschers Johann Westhauser begonnen. In der Nacht zum Donnerstag traf auch der zweite entsandte Arzt, ein Italiener, bei dem verletzten Stuttgarter ein, wie ein Sprecher der Bergwacht Bayern mitteilte. Der Schwerverletzte sei transportfähig, müsse jedoch zuvor behandelt werden.

Der Verunglückte gehörte laut APA einer Gruppe von sechs polnischen Forschern an, die in der Höhle unterwegs waren. Nach ersten Informationen wurde er an Oberschenkel und Becken schwer verletzt. Ein Voraustrupp der Bergrettung mit acht Helfern sei bereits in den Morgenstunden aufgestiegen, eine zweite zwölfköpfige Gruppe machte sich später auf den Weg.

Im Juni hatte die beispiellose Bergungsaktion für den Höhlenforscher Johann Westhauser für Schlagzeilen gesorgt. Der 52-Jährige war in der Riesending-Schachthöhle in Bayern bei einer Exkursion durch einen Steinschlag in rund 1000 Metern Tiefe am Kopf verletzt worden. Die Rettung unter Beteiligung von Höhlenrettern aus fünf Ländern in der Nähe von Berchtesgaden dauerte insgesamt elf Tage.

Von

afp

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