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13.08.2012

11:58 Uhr

Rettungsarbeiten abgeschlossen

Doppelbeben im Iran fordert 306 Tote

Das Doppelbeben im Iran war tödlicher als gedacht. Helfer kritisieren die schlechte medizinische Ausstattung im Katastrophengebiet: Viele Opfer überlebten den weiten Weg ins Krankenhaus nicht.

Ein zerstörtes Dorf in der Provinz Aserbaidschan. dpa

Ein zerstörtes Dorf in der Provinz Aserbaidschan.

TeheranDie Auswirkungen der beiden schweren Erdbeben im Nordwesten Irans sind schlimmer als zunächst befürchtet. Mindestens 306 Menschen kamen ums Leben, mehr als 3000 wurden verletzt, wie Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi am Montag in Teheran mitteilte. Viele der Opfer seien in Krankenhäusern oder auf dem Weg dorthin gestorben. 160 000 Menschen sind obdachlos. Zunächst war von 227 Toten und 1400 Verletzten die Rede gewesen.

Innerhalb von elf Minuten hatten die beiden Beben am Samstag in der Provinz Aserbaidschan die Städte Ahar und Varzeghan sowie mehr als 100 umliegende Dörfer erschüttert. US-Geologen gaben die Stärke der Erdstöße mit 6,3 und 6,4 an. Der Iran gehört zu den geologisch unruhigsten Erdbebenzonen der Welt.

Die Rettungsarbeiten seien inzwischen abgeschlossen, ergänzte die Ministerin. Es seien keine weiteren Leichen unter den Trümmern zu bergen. Die Versorgung der Opfer war besonders schwierig, weil es in der Katastrophengegend selbst keine Krankenhäuser gibt. Die teils langen Wege bis ins nächste Hospital überlebten viele Verletzten nicht. Helfer kritisierten daher die ungenügende medizinische Versorgung in der Region.

Nach Angaben der Regierung hat der Wiederaufbau bereits begonnen. Präsident Mahmud Ahmadinedschad habe dazu einen Sonderfonds bewilligt.

Die USA hatten ihre Unterstützung angeboten. „Das amerikanische Volk spricht dem iranischen Volk sein zutiefst empfundenes Beileid aus“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung von Sprecher Jay Carney. „Unsere Gedanken gelten den Angehörigen jener, die ihr Leben verloren haben, und wir wünschen den Verletzten eine rasche Genesung. Wir stehen bereit, in dieser schwierigen Zeit Hilfe zu leisten.“

Von

dpa

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