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16.03.2004

14:20 Uhr

Rettungsflugzeuge aus Moskau eingeflogen

Russland: Dutzende Tote nach Gasexplosion befürchtet

Bislang hat der Einsturz des neunstöckigen russischen Wohnhauses in der Stadt Archangelsk 21 Menschen das Leben gekostet. Unter den Opfern sind auch viele Kinder. Noch werden etwa 30 Personen vermisst.

Das neunstöckige Wohnhaus ist fast komplett eingestürzt.

Unglücksort: Arkhangelsk. Foto: dpa

HB MOSKAU. 24 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Etwa 30 Bewohner des neunstöckigen Hauses in der Stadt Archangelsk werden noch unter den Trümmern vermutet. Retter sprachen von geringen Überlebenschancen für sie.

Ermittler gingen Hinweisen auf Manipulationen an einer Gasleitung nach. Einen Terroranschlag bezeichneten sie als unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen. Anwohner hatten vor der gewaltigen Detonation Gas gerochen. Die Polizei suchte nach zwei Männern, die Verschlussklappen einer Gasleitung im Treppenhaus entfernt haben sollen. Auch aus zwei anderen Häusern des Wohngebietes seien in der selben Nacht Verschlussklappen gestohlen worden, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Ermittler.

An der Suche nach Überlebenden beteiligten sich mehr als 600 Rettungskräfte, darunter auch Hundestaffeln aus dem tausend Kilometer entfernten Moskau. Die Bewohner des Hauses wurden gegen 3.00 Uhr Ortszeit (1.00 MEZ) durch einen gewaltigen Knall aus dem Schlaf gerissen. „In unserer Wohnung blieb nur ein Zimmer übrig“, berichtete eine junge Frau, die die Explosion in ihrer Wohnung im 5. Stock leicht verletzt überlebte. In den 36 eingestürzten Wohnungen lebten nach Behördenangaben 73 Menschen.

In Russland ereignen sich häufig tödliche Unfälle durch defekte Gasversorgung. Ende Februar kamen 17 Menschen bei einer Explosion in einem Café in der sibirischen Stadt Tschita ums Leben. Am gleichen Tag starben in einer südrussischen Schule vier Jugendliche, weil ein mit Gas betriebener Heizkessel explodierte.

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