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02.08.2014

10:21 Uhr

Riesiger See bedroht Tal

Erdrutsch in Nepal staut Fluss auf

Ein massiver Erdrutsch in Nepal reißt Dutzende Häuser mit sich. Die Erdmassen blockieren nun ein Tal und stauen den Fluss dahinter auf. Bricht der Damm aus Schlamm und Geröll, droht weit schlimmere Katastrophe.

Ein Erdrutsch in Nepal 2006. Bei dem Erdrutsch östlich der Hauptstadt Kathmandu seien in der Nacht zum Samstag acht Menschen getötet worden. ap

Ein Erdrutsch in Nepal 2006. Bei dem Erdrutsch östlich der Hauptstadt Kathmandu seien in der Nacht zum Samstag acht Menschen getötet worden.

KathmanduEin massiver Erdrutsch in Nepal hat Dutzende Häuser und ihre Bewohner unter sich begraben und einen Fluss zu einem riesigen, bedrohlichen See aufgestaut. Helikopter der Armee hätten Sprengstoff in die Region Sindhupalchok gebracht, um den Staudamm am Fluss Sunkoshi zu öffnen, berichtete der örtliche Sender Kantipur Television am Samstag.

Tausende Menschen oberhalb und unterhalb des anwachsenden Sees seien in Sicherheit gebracht worden, darunter die Bewohner der Handelsstadt Barahbise. In den vergangenen Tagen hatte es in der Region starke Monsun-Regenfälle gegeben. Die Regierung kam zu einer Notfallsitzung zusammen, Premierminister Sushil Koiral ordnete an, sofort etwas zu unternehmen.

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Bei dem Erdrutsch östlich der Hauptstadt Kathmandu seien in der Nacht zum Samstag acht Menschen getötet worden, mindestens 18 würden noch vermisst, berichtete Kantipur weiter. Etwa drei Dutzend Häuser wurden demnach unter den Massen aus Erde und Geröll begraben, weitere 50 Häuser verschwanden bereits im See. Die Verletzten, darunter ein Belgier, wurden mit Helikoptern in Krankenhäuser in Kathmandu geflogen.

Am Morgen war der See bereits zwei Kilometer lang und versperrte den Araniko Highway, die einzige Straße zwischen Nepal und China. Der Erdrutsch blockierte das Tal über mehrere Hundert Meter. Der Stausee war laut lokalen Medien vormittags schon mehr als 30 Meter tief.

„Weiter flussabwärts, wo der Fluss durch die Blockade nun sehr seicht geworden ist, fischen die Menschen noch, und ahnen nicht, was passieren könnte, wenn der Erddamm bricht“, berichtete der Reporter Saraj Gurung. Obwohl die Behörden alle Menschen aufgefordert hätten, in höhere Lagen zu gehen, blieben viele am Fluss und warteten ab, was passiere.

Der Damm könne nicht von Hand beseitigt werden, technische Geräte erreichten den Ort wegen der blockierten Nationalstraße nicht, sagte Polizeisprecher Subodh Ghimire. Die Rettungsarbeiten wurden von weiteren, kleineren Erdrutschen in der Region behindert.

Von

dpa

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