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04.07.2011

15:12 Uhr

Roskilde-Rockfestival

Polizei geht beim Todessturz von Selbstmord aus

Freundlich, friedlich, fröhlich - das sind die Attribute des Roskilde-Rockfestivals. Mit dem Todessturz einer Deutschen erlebte es seine zweite Tragödie. Nach Überzeugung der Polizei handelte es sich um Selbstmord.

Von diesem Turm stürzte die Frau aus Berlin in den Tod, die Polizei geht von einem Selbstmord aus. Quelle: dpa

Von diesem Turm stürzte die Frau aus Berlin in den Tod, die Polizei geht von einem Selbstmord aus.

Roskilde/ BerlinPolizeisprecher Carsten Andersen sagt am Montag: „Darauf deuten alle Zeugenaussagen über das Verhalten der Frau bis zum Sprung hin.“ Die 35-Jährige aus Berlin war am Vortag nackt vom 30 Meter hohen Turm einer Schwebebahn gesprungen. Ein von ihr mitgeführter Gegenstand verletzte eine andere Festivalbesucherin leicht.

„Zeugen haben übereinstimmend beschrieben, wie die Frau über eine Absperrung gestiegen und dann gesprungen ist“, sagte Andersen. Die Obduktion der Toten soll bis Mitte der Woche Aufschluss über möglichen Alkohol- oder sonstigen Drogeneinfluss geben. Man habe den Vater und den Bruder der Toten unterrichtet, teilte die dänische Polizei mit.

Die größten Festivals

Die größten Festivals

In ganz Europa ringen Festivals um die Zuschauergunst und den Titel: "Größtes Festival Europas". Wir stellen einige von ihnen vor - und werfen auch einen Blick nach Deutschlands.

Rock am Ring / Rock im Park

Gleich auf zwei Bühnen spielen die Bands des größten Rockfestivals Deutschlands: Sie treten sowohl in Nürburg am Nürburgring als auch in Nürnberg auf. Insgesamt erwarten die Veranstalter 150.000 Besucher. Damit zählt das Festival auch zu den größten Europas. Rock am Ring ist der Dino der deutschen Festivalgeschichte: Vor 26 Jahren fand es zum ersten Mal statt.

Sziget

Das ungarische Festival ist in allen Dimensionen größer als seine europäischen Konkurrenzveranstaltungen: Auf eine Donauinsel pilgern jährlich 400.000 Menschen, die fünf Tage Party machen. 1.000 Veranstaltungen finden auf 60 Bühnen statt. Vertreten ist nahezu jede Musikrichtung.

Roskilde

Das dänische Festival machte 2000 Schlagzeilen, als neun Menschen während eines Konzerts starben. Sie stürzten und wurden von nachrückendem Publikum überrannt. Nach dem Unglück wurden die Sicherheitsstandards für Festivals enorm angehoben. Seither sorgen etwa sogenannte Wellenbrecher dafür, dass es nicht zu viel Gedränge vor den Bühnen gibt, indem sie das Publikum in mehrere Zonen unterteilen. Trotz des Unglücks zählt das viertägige Musikfestival mit etwa 110.000 Zuschauern zu den größten Europas.

Glastonbury Festival

Im Sommer ziehen über 170.000 Fans auf eine Farm im Südwesten Englands in die Nähe der Stadt Glastonbury. 1981 als Hippie-Festival gegründet, ist es auch als „englisches Woodstock“ bekannt.

Wacken

Jeden Sommer wird das kleine Dorf Wacken in Schleswig-Holstein von knapp 80.000 Besuchern nahezu überrollt. In dieser Zeit machen Hotels, Supermärkte und Kneipen einen Löwenanteil ihres Jahresumsatzes mit den Besuchern des größten Heavy-Metal Festivals der Welt – so bezeichnet es jedenfalls der Veranstalter.

Hurricane Festival

Erst 1997 gegründet, zählt es jetzt schon zu den größten Festivals Deutschlands. Vergangenes Jahr kamen 70.000 Besucher auf die Motorrad-Sandrennbahn in Scheeßel in Niedersachsen. Damit macht das Festival Rock am Ring ernsthaft Konkurrenz, zumal sich die Bands größtenteils ähneln.

Rheinkultur

Auf das Bonner Kostenlos-Festival kommen in der Regel 170.000 Zuschauer – im vergangenen Jahr wäre es allerdings fast zu einem finanziellen Desaster gekommen. Wegen schlechtem Wetter und der gleichzeitig stattfindender Fußball-Weltmeisterschaft kamen nur 60.000 Zuschauer. Die Festival, das durch Getränkeverkauf, Sponsorengelder und der Stadt Bonn finanziert wird, hinterließen der Stadt einen Schuldenberg von 60.000 Euro. Nur durch Spenden konnte der wieder abgebaut werden – sodass das Festival auch dieses Jahr wie geplant stattfinden kann.

Die Veranstalter des Festivals westlich von Kopenhagen gaben an, dass nach Untersuchungen der Behörden keine Sicherheitsvorschriften verletzt worden seien. Alle Benutzer der Schwebebahn hätten je drei Sicherheitskontrollen passieren müssen, ehe sie mit einem Fahrstuhl auf den Turm kommen durften. Dabei seien Besucher unter offensichtlichem Drogeneinfluss abgewiesen worden.

Zu der viertägigen Veranstaltung waren 75.000 Besucher gekommen, davon einige tausend aus Deutschland. Im Jahr 2000 kamen neun junge Männer bei einem Konzert der US-Band Pearl Jam ums Leben. Sie wurden vor der Bühne vor der nachrückenden Menge erdrückt. Unter den Opfern war auch ein junger Polizist aus Hamburg.

Von

dpa

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