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06.04.2011

16:42 Uhr

Rückkehrer in Japan

Die der nuklearen Hölle trotzen

Das Sperrgebiet um den Unglücksreaktor Fukushima wird scharf kontrolliert, nur wenige Befugte dürfen den Bannkreis betreten. Dennoch wagen sich manche Einwohner auf die gefährliche Stippvisite ins Katastrophengebiet.

Im Sperrgebiet können die Einsatzkräfte nicht nach Leichen oder Überlebenden suchen. Manche Japaner riskieren daher selbst ihr Leben. Quelle: Reuters

Im Sperrgebiet können die Einsatzkräfte nicht nach Leichen oder Überlebenden suchen. Manche Japaner riskieren daher selbst ihr Leben.

TokioIn Begleitung eines Soldaten nähert sich Sanai Yamauchi der Sperrzone. „Gefahr. Betreten verboten“, steht auf einem Schild. Yamauchi ignoriert die Warnung und steht plötzlich in jenem Gebiet, das seit fast vier Wochen in aller Welt als Atomhölle bekannt ist. 20 Kilometer entfernt steht das zerstörte Kernkraftwerk Fukushima Eins, aus dem unsichtbar radioaktive Strahlung austritt.

Trotz des Evakuierungsbefehls der Regierung harren in der Sperrzone immer noch Menschen aus, meist sind es Ältere. „Ich kann sie nicht im Stich lassen“, sagt Yamauchi. Deshalb kehrt der Vize-Vorsitzende der Stadtversammlung von Naraha jeden Tag in den in der Sperrzone gelegenen Ort zurück - obwohl er um die Gefahr weiß, wie die Zeitung „Asahi Shimbun“ berichtet. Der 61 Jahre alte Japaner ist nicht der einzige, der diesen Mut aufbringt.

Eigentlich dürfen hier nur Beamte der Zentral- und Regionalregierungen sowie Rettungskräfte hinein. Polizeistreifen patrouillieren in der Gegend, überall auf den Zufahrtsstraßen sind Verbotsschilder aufgestellt. Öffentliche Telefone sind außer Betrieb, auch Mobiltelefone funktionieren nicht.

Der Fotojournalist Naomi Toyoda wollte sich selbst von der Gefahr überzeugen. Er fuhr zwei Tage nach der Katastrophe mit einem Geigerzähler nach Futaba, wo die Atomruine steht. „Die Anzeigenadel schlug sofort aus. Unfassbar, beängstigend“, erzählte Toyoda der Nachrichtenagentur dpa.

Dennoch lassen sich manche der Evakuierten nicht abschrecken, noch mal kurz in das Gebiet zurückzugehen. So wie der Fahrer eines Kleinlasters, der in der Zeitung „Mainichi Shimbun“ erzählt, wie er an den Ort zurückgekehrt ist, an dem der Tsunami sein Haus fortgerissen hatte. Er habe eine Stunde lang unter anderem nach Familienfotos gesucht.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.04.2011, 09:10 Uhr

Es ist mir unverständlich, warum das Handelsblatt sich mit weder sachgerechten noch informativen reisserischen Überschriften wie der "nuklearen Hölle" noch unter das Niveau der Bild-Zeitung begibt. Eigentlich lese ich das HB wegen Informationen (dachte ich bislang)....

Account gelöscht!

07.04.2011, 09:12 Uhr

Ich kann nicht nachvollziehen, warum sich das Handelsblatt mit uninformativen, unsachlichen und reisserischen Überschriften wie "Nukleare Hölle" unter das Niveau der Bildzeitung begibt. Ich dachte sachliche Information stünde an erster Stelle, aber die finde ich hier wohl nicht mehr so oft.....?

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