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22.12.2012

14:48 Uhr

Russland

Kältetote und Verkehrschaos wegen Jahrhundert-Winter

Ein Jahrhundert-Winter mit Tiefsttemperaturen von minus 57 Grad lähmt Russland. Der schwere Frost hat schon einige Opfer gefordert und auch auf den Straßen geht es chaotisch zu.

Wegen des schweren Frosts planen zahlreiche Russen zu Neujahr die Flucht ins warme Ausland. dpa

Wegen des schweren Frosts planen zahlreiche Russen zu Neujahr die Flucht ins warme Ausland.

MoskauBeißende Kälte, Dutzende Tote, Chaos im Verkehr: Die heftigsten Dezemberfröste seit 50 Jahren legen Russland lahm. In Sibirien rät der Zivilschutz von längeren Autofahrten ab - zu groß ist das Risiko, beim Warten auf den Pannendienst in dem dünn besiedelten Gebiet zu erfrieren.

Fast täglich warnen Ärzte auch in Moskau vor Gesundheitsproblemen: Kinder unter drei Jahren sollten bei Temperaturen ab minus 20 Grad nicht mehr aus dem Haus. Selbst die an Eiseskälte gewöhnten Russen stöhnen über einen Jahrhundert-Winter.

Am meisten zittern die Menschen in der riesigen Teilrepublik Sacha in Sibirien. Dort sinkt das Quecksilber in diesen Tagen örtlich auf bis zu minus 57 Grad. Im äußersten Nordosten des Riesenreiches, in der Stadt Anadyr, verkürzen Geschäfte ihre Öffnungszeiten drastisch.

Frauen werden auf Staatskosten von der Arbeit nach Hause gefahren, um längere Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Wer schnell in den Supermarkt springt, lässt den Motor wie selbstverständlich laufen - der Wagen würde sonst nicht wieder anspringen.

Schuld an der Eiseskälte östlich der natürlichen Wetterbarriere, dem Ural-Gebirge, ist nach Angaben des staatlichen Wetteramtes ein kräftiges Tief über dem Norden der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka in Verbindung mit Ausläufern eines Hochdruckgebiets über Sibirien. Da sich dabei keine Wolken bilden, kühlt sich die Luft bis in niedrige Schichten extrem ab. Ein weiteres Hoch blockiert wärmere Luft. Eine solche Kombination habe es zuletzt 1938 gegeben, sagen Meteorologen.

Das führt nun dazu, dass die Temperatur etwa im südsibirischen Gebiet Altai bis zu 25 Grad unter dem Dezemberdurchschnitt liegt. Nicht nur fällt in dortigen Schulen der Unterricht aus - kältefrei! In der Teilrepublik Tuwa an der Grenze zur Mongolei rufen die Behörden sogar den Notstand aus, um mehr Arbeitskräfte im Kampf gegen brechende Stromleitungen und schneeverwehte Straßen einzusetzen.

Kommentare (1)

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24.12.2012, 16:41 Uhr

Komisch. Ich dachte, uns steht eine globale Erwärmung bevor. Oder zählt Russland nicht zu unserem Globus?

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