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09.01.2014

11:15 Uhr

Russland

Mysteriöse Leichenfunde

Knapp einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele ist Russland erneut alarmiert: In mehreren Wagen im Nordkaukasus wurden Tote gefunden, in der Nähe ein Sprengsatz. Hintergründe des mysteriösen Fundes sind noch unklar.

Sie bringen der normalen Bevölkerung Russlands momentan unruhige Zeiten: Die Olympischen Spiele in Sotschi rufen Terroristen auf den Plan, möglicherweise gab es neue Anschlagspläne. dpa

Sie bringen der normalen Bevölkerung Russlands momentan unruhige Zeiten: Die Olympischen Spiele in Sotschi rufen Terroristen auf den Plan, möglicherweise gab es neue Anschlagspläne.

MoskauEinen Monat vor Beginn der Olympischen Winterspiele schlägt Russland wegen einer weiteren Gewaltserie Alarm. Knapp zwei Wochen nach dem Doppelanschlag von Wolgograd wurden die Sicherheitskräfte in einem Teil des Nordkaukasus in Kampfbereitschaft versetzt, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte. Anlass sei der Fund von fünf Leichen und eines nicht näher identifizierten Sprengsatzes in der Gegend. Die Toten hätten in vier Autos in zwei Bezirken außerhalb der Regionalhauptstadt Stawropol gelegen. Weitere Details nannte der Sprecher zunächst nicht.

Stawropol liegt nur wenige Hundert Kilometer von Sotschi entfernt, wo ab dem 7. Februar die Olympischen Wettkämpfe ausgetragen werden. Die Stadt befindet sich an den Ausläufern des Nordkaukasus, wo Islamisten seit Jahren den Aufstand proben und damit gedroht haben, die Spiele mit aller Macht zu verhindern. Ende Dezember wurden binnen nicht einmal 24 Stunden zwei schwere Anschläge in der etwa 700 Kilometer von Sotschi entfernten Großstadt Wolgograd verübt, bei denen mindestens 34 Menschen starben. Das hatte Sicherheitsbedenken rund um die Olympischen Spiele geschürt.

Terror in Russland – Bomben und Geiselnahmen

Oktober 2002

Tschetschenen überfallen ein Moskauer Musical-Theater und nehmen mehr als 800 Geiseln. Nach drei Tagen stürmt die Polizei das Gebäude. 129 Geiseln und alle 41 Terroristen sterben.

August 2004

Nahezu gleichzeitig stürzen zwei russische Passagiermaschinen ab. Alle 90 Menschen an Bord kommen ums Leben. In beiden Maschinen hatten Selbstmordattentäterinnen aus Tschetschenien Bomben gezündet.

September 2004

Bewaffnete überfallen eine Schule in Beslan (Nordossetien) und nehmen 1.100 Kinder, Eltern und Lehrer als Geiseln. Das Terrordrama endet mit 360 Toten. Als einer der Drahtzieher gilt der tschetschenische Rebellenführer Schamil Bassajew.

November 2009

Bei einem Sprengstoffanschlag auf den Schnellzug Moskau-St. Petersburg kommen mindestens 26 Menschen ums Leben. Der tschetschenische Terrorist Doku Umarow bekennt sich zu dem Anschlag und kündigt einen „Sabotagekrieg“ gegen die „blutige Besatzungspolitik“ Moskaus im Kaukasus an.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Drahtzieher der Sprengstoffattacke ist wieder Doku Umarow, der der russischen Regierung per Video mit weiteren Anschlägen droht.

Oktober 2013

Mit einer Bombe in einem Linienbus in Wolgograd tötet eine Selbstmordattentäterin sechs Insassen und sich selbst. Mehr als 30 Menschen werden zum Teil schwer verletzt. Fahnder vermuten, dass Islamisten aus dem Nordkaukasus der Frau die Bombe übergeben haben.

Dezember 2013

Im Bahnhof der Millionenstadt Wolgograd zünden Terroristen am 29.12. eine mit Nägeln und Schrauben gefüllte Bombe. Bei dem Selbstmordanschlag sterben mindestens 17 Menschen. Nur einen Tag später sterben bei einer Explosion in einem Bus in Wolgograd weitere 14 Menschen. Auch hier gehen die Ermittler von einem Selbstmordanschlag aus.

Von

rtr

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