Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.08.2012

10:01 Uhr

Sagenhafte Kämpfer

Der letzte Ninja

Die schwarz gekleideten Kämpfer wird es bald nur noch auf dem Bildschirm geben, denn der letzte Ninja ist bereits 63 Jahre alt. Um an die sagehaften Kämpfer zu erinnern, hat er ein Museum eröffnet.

Jinichi Kawakami ist wahrscheinlich der letzte Ninja. AFP

Jinichi Kawakami ist wahrscheinlich der letzte Ninja.

IgaAuch wenn Filme und Computerspiele die japanischen Ninja weiter verherrlichen, wird es die schwarz gekleideten Kämpfer bald nicht mehr geben. Der 63-jährige Jinichi Kawakami ist der letzte, der in Japan noch als Ninja ausgebildet wurde. "Es gibt wahrscheinlich niemanden anderen mehr, der die Ninja-Kunst gelernt hat", sagt der pensionierte Ingenieur, der noch nach den jahrhundertealten Lehren der Meister seine Ausbildung erhielt.

In seinem Kimono und mit seinem dichten schwarzen Haar sieht der Rentner so gar nicht aus wie die Ninjas der Filme, die Wurfsterne einsetzen und dann in einer Rauchwolke verschwinden. Der 21. Ninja des Ban-Clans will jedoch mit seinem kleinen Museum in Iga, 350 Kilometer südwestlich von Tokio, den Geist und die Techniken der Kämpfer in Erinnerung halten, die im Mittelalter spionierten und Angriffe verübten. "Wir können zum Beispiel nicht mehr töten oder jemanden vergiften", sagt er, auch wenn es die Anweisungen zur Herstellung von Gift noch gibt.

Mit den Ninjas hatte Kawakami im Alter von sechs Jahren erstmals Kontakt. 57 Jahre später erinnert er sich allerdings kaum noch an seinen Meister Masazo Ishida, von dem er seinen Titel geerbt hat. Er weiß nur noch, dass Ishida die Kutte eines buddhistischen Mönchs trug. Kawakami beschreibt sich selbst als "merkwürdigen Jungen", den keiner bei seinen Übungen beachtete. "Ich verrichtete die Übungen, aber ich wusste nicht, was ich machte", erinnert sich der letzte Ninja. "Erst später habe ich verstanden, dass es Ninjutsu war". So heißen die Techniken, die die Ninja einsetzen. Dazu gehören sportliche und spirituelle Übungen sowie Techniken aus der Chemie, Psychologie und Meteorologie.

"Um die Konzentration zu schulen, habe ich einen Kerzendocht so lange angeschaut, bis ich den Eindruck hatte, in der Kerze zu sein", schildert Kawakami seine Übungen. "Oder ich habe mich darin geübt, das Geräusch einer kleinen Nadel zu hören, die zu Boden fällt". Ninjutsu sei für ihn eine "Überlebenstechnik", auch wenn es anfangs um Spionage- und Guerillamethoden gehe. Als Junge lernte Kawakami deshalb, auf Mauern zu klettern, aus großer Höhe in zu springen, Sprengstoff zusammenzumischen, Kälte, Wärme, Hunger und Schmerz auszuhalten. "Das war hart, schmerzhaft, nicht lustig". Dennoch habe er sich nicht gefragt, warum er das tue, "denn es war Teil meines Lebens". Mit 19 Jahren erbte Kawakamis den Titel seines Meisters und dessen geheime Pergamente und Werkzeuge. Einige davon sind in den Räumen von seines Privat-Museum in Iga ausgestellt, einer von Bergen umgebenen Stadt, die als Wiege der Ninja-Tradition gilt.

Erst vor kurzem begann Kawakami in der Universität Mie mit Forschungen zu den Ninja. Auch im Rentenalter übt er weiter Körper und Geist, um seine Fähigkeiten als Ninja zu erhalten. Doch der 63-Jährige räumt resigniert ein: "Die Ninjas passen nicht in die moderne Welt".


Von

afp

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

pro-D

15.08.2012, 10:36 Uhr

wow, ein genialer Name von Herrn Wulff.

Er wird einmal in die Geschichte eingehen, als letzter Repräsentant der Demokratie.

Ninjameister

15.08.2012, 10:44 Uhr

Der Artikel ist sowas von Bullshit. Liebe Redaktion, bevor Ihr sowas schreibt, informiert euch bitte richtig.Ein Blick bei Wikipedia hätte gereicht. Das ist BILD Niveau!
(Bitte schaut euch den Hr. Masaaki Hatsumi und sein Bujinkan an. Hier sind mehrere Ninjutsuschulen dabei.)

Merkur

15.08.2012, 11:21 Uhr

Es ist doch immer wieder interessant, was für Artikel unter "Mehr zum Thema" angeboten werden; hier ein Artikel aus 2009, in dem die Information steht, dass der "Tigerverlag", der "Fix und Foxi" neu als Heft herausbrachte, Insolvenz angemeldet hat.
Was hat dieser - m. E. uralte Artikel - mit dem aktuellen Artikel zu den Ninjas zu tun?
Im Übrigen würde mich schon die Meinung der Redation zu dem Kommentar vom "Ninameister" interessieren. Immerhin ist es doch eine aus meiner Sicht ernstzunehmende Kritik - und auch hier ist - wie in meinem anderen Kommentar zum Artikel des Flugzeufverkaufs durch Airberlin - ein Vergleich mit der BILD-Zeitung erfolgt.
Kann das Zufall sein, oder sinkt das Niveau der Onlineredaktion wirklich immer mehr auf das der BILD herab?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×