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21.12.2011

16:13 Uhr

Santa Claus und die Krise

„Kannst du Papa einen Job schenken?“

VonCharlotte Potts

Der Job des Weihnachtsmannes verspricht in den USA im Dezember traditionell ein gutes Nebeneinkommen. Doch in diesem Jahr macht die Rezession Santa Claus das Leben schwer - sowohl was die Verdienstaussichten, als auch was die Anforderungen an das Einfühlungsvermögen angeht. Wie US-Weihnachtsmänner mit der Rezession umgehen.

In der größten Weihnachtsmannschule in Michigan gibt's das professionelle Santa-Coaching. Howard Santa Clause School

In der größten Weihnachtsmannschule in Michigan gibt's das professionelle Santa-Coaching.

WashingtonDen Kugelbauch und die tiefe Stimme hat er das ganze Jahr über. Doch erst die hohen Stiefel, der rote Mantel, die runde Brille und der lockige Bart machen Fred Honerkamp jeden Dezember zum Weihnachtsmann. Die Vorweihnachtszeit ist für ihn die schönste Zeit des Jahres – und die arbeitsreichste. Dann zieht der pensionierte Professor durch Einkaufszentren, Kinderkrankenhäuser und Schulen, um „den Geist der Weihnacht zu verbreiten und Kinderaugen zum Strahlen zu bringen“, sagt er.

Bisher reichte dafür bereits oft sein herzhaftes Lachen gefolgt von einem sonoren „Hoho“. Dass er in diesem Jahr mehr Geschick brauchen würde, merkte Honerkamp gleich an seinem ersten Arbeitstag Anfang Dezember als der kleine Brian auf seinen Schoß kletterte.

„Ich wünsche mir, dass mein Papa wieder Arbeit findet. Sonst nichts“, sagte der Fünfjährige.

Viele Weihnachtsmänner in den USA erleben in diesem Jahr ähnliche Szenen, denn landesweit überschattet die Wirtschaftskrise die Vorweihnachtszeit. Einige Gemeinden – wie Harrisburg, die Hauptstadt des US-Bundesstaat Pennsylvania – haben die traditionellen Weihnachtsparaden abgesagt oder fordern nun Eintrittsgelder, weil die öffentlichen Gelder an anderen Stellen dringender gebraucht werden. Zudem hält sich die US-Arbeitslosenrate trotz leichten Rückgangs weiterhin hartnäckig bei 8,6 Prozent.

Nicht alle Eltern können in diesem Jahr ihren Kindern die Weihnachtswünsche erfüllen, das weiß auch Honerkamp: „Ein Weihnachtsmann verspricht nie etwas. Ich versuche daher die Erwartungen der Kinder anzupassen, damit sie am Weihnachtstag nicht enttäuscht sind.“

Die Geheimnisse seiner Profession hat der 66-Jährige auf Amerikas ältester und größter Weihnachtsmannschule in Michigan gelernt. Dort, in Midland, lernen angehende Weihnachtsmänner bereits im Oktober jeden Jahres zu singen, zu tanzen, ihre Bärte zu pflegen und das richtige Make-up aufzutragen. Auch „Flugstunden“ auf einem Schlitten, der hinter neun aufblasbare Plastikrentiere gespannt ist und ein Ausflug zum Spielwarengeschäft stehen auf dem Programm.

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