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12.09.2013

16:03 Uhr

Schauspieler

Otto Sander im Alter von 72 Jahren gestorben

Er spielte in Kinoerfolgen wie „Die Blechtrommel“ und „Das Boot“ mit: Otto Sander, der vielen Filmen und Hörbüchern seine Stimme verlieh, ist jetzt in Berlin gestorben.

Schauspieler

Otto Sander ist tot

Schauspieler: Otto Sander ist tot

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BerlinSeine Stimme war es, die den Schauspieler Otto Sander so unverwechselbar machte. Sanft, sonor und manchmal etwas abgründig drang sie den Menschen durchs Ohr direkt in die Seele. Jetzt ist sie verstummt. Otto Sander starb am Donnerstag im Alter von 72 Jahren in Berlin. Er galt als einer der ganz großen Darsteller des deutschsprachigen Theaters.

Auf den Bühnen und auf der Leinwand war er aber zuletzt nur noch selten zu sehen. Seine rar gewordenen Auftritte bei Filmpremieren und Gala-Empfängen gaben immer wieder Anlass zur Sorge - es ging ihm sichtlich nicht gut. Seit mehreren Jahren war Sander an Krebs erkrankt.

Sanders Stimme war den Deutschen aber auch ohne regelmäßige Theaterauftritte und Fernsehauftritte oft im Ohr. Nicht nur in der Werbung und als Synchron- und Offsprecher war der Schauspieler zu hören. Er war außerdem einer der begehrtesten Sprecher für Hörbücher von Ringelnatz und Wilhelm Busch über Shakespeare bis natürlich Beckett, den er zu dessen Lebzeiten noch persönlich erlebt hatte.

Rollen von Otto Sander

„In weiter Ferne, so nah“ (1993) und „Der Himmel über Berlin“ (1987)

Für Regisseur Wim Wenders spielt Sander einen Engel, der aus Liebe zu einer Frau ein Erdenleben beginnt.

„Die Geduld der Rosa L.“ (1986)

In Margarethe von Trottas hochgelobtem Film hat Sander die Rolle des Karl Liebknecht.

„Das Boot“ (1981)

Als Ritterkreuzträger Thomsen in Wolfgang Petersens Werk wird Sander international bekannt.

„Die Blechtrommel“ (1979)

Sander spielt den ewig betrunkenen Trompeter Meyn.

„Das letzte Band“ (2006)

In Becketts Solostück überzeugt Sander als zweifelnder alter Mann.

„Der Hauptmann von Köpenick“ (2004)

Sander brilliert als mehr tragischer denn komischer Hauptmann.

„Kuss des Vergessens“ (1999)

Für seine Rolle wird er zum Schauspieler des Jahres gewählt, zum zweiten Mal nach 1979.

„Joel Brand“ (1966)

Sanders Bühnendebüt an den Düsseldorfer Kammerspielen.

„Polizeiruf 110“ (1994-2005)

Mit Sohn Ben Becker steht Sander mehrfach für die ARD-Krimireihe vor der Kamera.

Mit seiner Frau, der Schauspielerin Monika Hansen, genoss Sander über Jahrzehnte das Berliner Gesellschaftsleben mit Galas, Preisverleihungen und natürlich seinem Stammplatz in der Berliner Paris Bar. An der Theke ist eine Messingtafel mit seinem Namen ins Holz eingelassen - „über Jahre erarbeitet durch ewiges dumm Rumstehen“, wie er einmal erzählte. Nur er durfte dort stehen. Seine „gut abgehangene“ Stimme beruhigte auch seine Enkel, die Kinder von Stieftochter Meret und Stiefsohn Ben Becker, wie Sander erzählte.

Dem Fernsehpublikum war der 1941 in Hannover geborene Schauspieler vor allen Dingen aus der ARD-Krimireihe „Polizeiruf 110“ bekannt. Als Streckenwärter Lansky stand er dort mehrfach mit Stiefsohn Ben vor der Kamera. Im Kino war Sander, der oft tragische Rollen spielte, zuletzt in der Seniorenkomödie „Bis zum Horizont, dann links!“ zu sehen.

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