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06.08.2012

04:08 Uhr

Schießerei in Sikh-Tempel

US-Behörden sprechen von „heimischem Terrorismus“

Eine erneutes Blutbad mit sieben Toten in den USA löst Entsetzen aus. Die Polizei wertet die Schießerei als Terrorangriff – und rätselt über das Tatmotiv. US-Präsident Obama bekundet „tiefe Trauer“.

Trauer und Bestürzung

Schießerei in Sikh-Tempel

Trauer und Bestürzung: Schießerei in Sikh-Tempel

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Oak Tree, USANach der Schießerei in einem Sikh-Tempel in den USA mit insgesamt sieben Toten und drei Schwerverletzten herrscht Rätselraten über das Tatmotiv. Die Behörden stufen das Blutbad bei ihren Ermittlungen als „eine Art heimischen Terrorismus“ ein, wie der zuständige Polizeichef John Edwards am Sonntagnachmittag in Oak Creek im US-Bundesstaat Wisconsin mitteilte. Demnach geht die Polizei offenbar zumindest derzeit von der Annahme aus, dass der Anschlag gezielt der Sikh-Gemeinde galt.

Ein zunächst von dem Behörden nicht identifizierter Mann hatte am Vormittag in dem Tempel das Feuer auf Gläubige eröffnet. Wenig später wurde der Täter dann selbst von einem Polizisten erschossen. Die Verletzten erlitten nach Angaben eines Krankenhaussprechers zum Teil Schusswunden in der Bauchgegend, im Gesicht und im Nacken. Ihr Zustand sei „kritisch“.

Zu ihnen zählt ein Polizeibeamter, der laut Edwards von dem Täter unter Beschuss genommen wurde, während er einem Opfer zu helfen versuchte. Ein zweiter Polizist konnte den Schützen dann stoppen. Dem Sender CNN zufolge wurden im Tempel zwei halbautomatische Waffen sichergestellt. Offiziell bestätigt wurde das aber zunächst nicht.

US-Präsident Barack Obama bekundete „tiefe Trauer“ und Anteilnahme. In einer in Washington veröffentlichten Erklärung bot er zugleich Hilfe der Bundesbehörden bei der Aufklärung der Bluttat an und würdigte die Rolle der Sikhs im amerikanischen Leben. Sie seien eine Bereicherung für das Land und „ein Teil unserer erweiterten amerikanischen Familie“, erklärte Obama. Auch sein republikanischer Herausforderer bei der Wahl im November, Mitt Romney, verurteilte den „sinnlosen Akt der Gewalt“.

Edwards zufolge ist sich die Polizei zunehmend sicher, dass es sich um einen Einzeltäter handelte. Insgesamt hüllten sich die Behörden aber auch Stunden nach dem Blutbad noch strikt über Einzelheiten des Vorfalls in dem Vorort von Milwaukee in Schweigen. So gab es auch zunächst keine Angaben über die Todesopfer. Mehr Informationen wurden für Montag in Aussicht gestellt.

Das Entsetzen in der Sikh-Gemeinde von Oak Creek ist groß. Reuters

Das Entsetzen in der Sikh-Gemeinde von Oak Creek ist groß.

Lokalsendern zufolge hielten sich zum Zeitpunkt der Attacke möglicherweise bis zu 100 Menschen in dem Gebäude auf. Die Schüsse seien während Vorbereitungen auf ein gemeinsames Mittagessen der Gläubigen gefallen.

Nach dem tödlichen Angriff hat die Polizei in einem Vorort von Milwaukee einige Häuser evakuiert. Dabei wurden vier Blocks in dem Ort Cudahy abgesperrt, der nur wenige Kilometer von dem Tempel entfernt liegt.

Bei der Evakuierung war nach Angaben einer Polizeisprecherin auch ein Bombenentschärfungskommando vor Ort. Warum dieses gerufen wurde, führte die Sprecherin allerdings nicht aus.

Kommentare (1)

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puenktli

06.08.2012, 09:21 Uhr

(...) Vorbereitet war alles schon von langer Hand. Ein Schelm, wer Böses +++ Beitrag von der Redaktion editiert+++

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