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14.01.2004

13:56 Uhr

Schifffahrt vielerorts eingestellt

Atempause am Himmel ist nur kurz

Mit stundenlangem Sturzregen hat das Sturmtief „Hanne“ vor allem in Süddeutschland teilweise für schwere Überflutungen gesorgt. In der Bremerhavener Lloyd-Werft lief ein im Bau befindlicher Luxusliner vol Wasser und sank auf den Hafenboden. Und die Atempause am Himmel ist nur kurz: Schon rast das nächste Tief, „Irina“, von Westen heran. Am Freitag werde es in Deutschland wieder für Sturmgefahr sorgen, berichtete der Bochumer Wetterdienst Meteomedia am Mittwoch.

Die "Pride of America" ist in Schieflage geraten. Foto: dpa

Die "Pride of America" ist in Schieflage geraten. Foto: dpa

HB STUTTGART/HAMBURG. In Teilen Baden-Württembergs und Bayerns traten in der Nacht zum Mittwoch Bäche und Flüsse über die Ufer. Straßen waren durch Wassermassen, aber auch durch Erdrutsche und entwurzelte Bäume blockiert. Im Schwarzwald mussten die Behörden mancherorts zeitweise Hochwasseralarm ausrufen. In den deutschen Alpen herrschte erhebliche Lawinengefahr. Die Meteorologen erwarten in weiten Teilen Deutschlands weitere Niederschläge. In den Hochlagen der Mittelgebirge könne es dann wieder Orkanböen geben. Am Wochenende seien bei sinkenden Temperaturen Schneefälle bis ins Flachland möglich.

An der deutschen Nordseeküste gab es eine Sturmflutwarnung. In Bremerhaven wurde das in Bau befindliche Passagierschiff „Pride of America“ möglicherweise durch das stürmische Wetter in Schräglage gebracht und mit dem Rumpf auf den Hafengrund gedrückt. Es war aus noch ungeklärter Ursache voller Wasser gelaufen. Bei dem Unglück wurden mindestens drei Werftarbeiter verletzt, teilte die Feuerwehr mit.

Insgesamt hatten 14 Männer an Bord des Schiffes gearbeitet. Sie konnten über Leitern in Sicherheit gebracht werden. 100 Rettungskräfte hatten in der Nacht an Bord des Passagierschiffs nach möglichen Vermissten gesucht. Weitere Menschen befanden sich jedoch nicht an Bord. Ob der Sturm für den Unfall verantwortlich ist, ist noch unklar. „Es könnte auch ein Ventil gebrochen und das Schiff deshalb voll Wasser gelaufen sein“, sagte ein Polizeisprecher. „Im Moment können wir nichts ausschließen.“ In den Morgenstunden werde zunächst versucht, das Wasser aus dem Schiff zu pumpen.

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