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16.01.2012

18:55 Uhr

Schiffsunglück

Im „Concordia“-Wrack wird weiter nach Überlebenden gesucht

Die Suche nach Überlebenden und Opfern im Wrack des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ geht weiter. Derzeit gelten zwölf Deutsche als vermisst. Kapitän Schettino wird eine „unerklärliche Fehlentscheidung“ vorgeworfen.

Im Wrack der „Costa Concordia“ wird wieder nach Überlebenden und Opfern gesucht. dpa

Im Wrack der „Costa Concordia“ wird wieder nach Überlebenden und Opfern gesucht.

Giglio/Rotterdam/Berlin/Madrid/PragNach mehrstündiger Unterbrechung geht die Suche nach Überlebenden und Opfern im Wrack des gekenterten Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ weiter. Das teilte ein Sprecher der Rettungsmannschaften am Montagnachmittag in Giglio mit. Die Suche war am Morgen unterbrochen worden, weil sich das Schiff - wohl wegen stärkeren Seegangs - um neun Zentimeter bewegt hatte. Aus Sicherheitsgründen solle aber nicht in der Nacht gesucht werden, berichtete die Feuerwehr.

Derweil hat eine niederländische Bergungsfirma begonnen, ausgetretenen Treibstoff zu entfernen. Rund zehn Experten seien zusammen mit örtlichen Helfern im Einsatz, berichtete das niederländische Fernsehen NOS am Montag. Die Fachleute der Firma SMIT prüften zudem, wie stabil das gekenterte Schiff sei.

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Sobald die Suche nach Vermissten und möglichen weiteren Opfern abgeschlossen sei, solle der noch in den Tanks verbliebene Treibstoff abgepumpt werden. Schlechtes Wetter könne die Arbeiten jedoch behindern, hieß es. Die niederländische Spezialfirma soll sich auch um die Bergung des Schiffes kümmern.

Italiens Umweltminister Corrado Clini warnte vor einer Naturkatastrophe in Folge des Schiffsunglücks. Die riesigen Tanks der „Costa Concordia“ seien mit rund 2400 Tonnen schwerem Dieselkraftstoff gefüllt, sagte er der Zeitung „La Stampa“. Sollte Öl ins Meer fließen, sei die einzigartige Küstenlandschaft der Toskana mit ihren Meerestieren und Vögeln gefährdet.

Die Zahl der vermissten Kreuzfahrt-Passagiere aus Deutschland hat sich inzwischen auf zwölf erhöht. Eine Sprecherin des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) bestätigte, dass es einen „Vermisstenfall in Bayern“ gebe. Das bedeute aber nicht unbedingt, dass die Person im Schiffsrumpf eingeschlossen sei. Viele Passagiere hätten, ohne sich amtlich registrieren zu lassen, die Heimreise auf eigene Faust angetreten.

Bisher hatten deutsche Polizeidienststellen elf Vermisste aus anderen Bundesländern gemeldet. Nach Medienberichten ist unter den vermissten deutschen Passagieren der verunglückten „Costa Concordia“ als zwölfter Fall eine Frau aus Mittelfranken. Es handele sich dabei um eine 52-Jährige aus der Nähe von Nürnberg, berichtete der Radiosender „Antenne Bayern“ am Montag. Der Sender beruft sich dabei auf einen Bericht einer Freundin, die ebenfalls an Bord des Kreuzfahrtschiffs gewesen sei, sich aber habe retten können.

Kommentare (1)

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Peer

16.01.2012, 16:25 Uhr

Stellt man sich aber schon die Frage, was wirklich damit bezweckt werden sollte.

Jeder, der schon mal auf einem Kreuzfahrtschiff dieser Größe war, weiß eigentlich, dass es hier abgrundtief stinkt. Handelt es sich hier m Versicherngsbetrug?

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