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10.01.2012

12:13 Uhr

Schneechaos in Österreich

Die Lawinengefahr in den Alpen wächst

Schneemassen, die sich auf mehr als fünf Metern Höhe auftürmen, gesperrte Straßen und eine erhebliche Lawinengefahr, die durch angesagtes Tauwetter noch verschärft wird: Das Schneechaos hat die Alpen im Griff.

Eine Straßensperre mit dem Schild „Lawinengefahr“ auf einer österreichischen Bundesstraße. dapd

Eine Straßensperre mit dem Schild „Lawinengefahr“ auf einer österreichischen Bundesstraße.

München/DüsseldorfNach den heftigen Schneefällen der vergangenen Tage und angesagtem Tauwetter wächst die Sorge vor Lawinen in den Alpen. Die Lawinengefahr wurde heute mit der Stufe drei, also „erheblich“ von den Warmdiensten bewertet. Milderes Tauwetter in der kommenden Nacht erhöht die Gefahr, dass sich große Schneemassen von allein lösen sogar noch, da die „Störanfälligkeit der Schneedecke“ wieder wachse, heißt es bei den Wetter- und Warndiensten.

Bereits einzelne Skifahrer könnten demnach Lawinen auslösen. Viele Straßen und Pisten sind daher gesperrt. Wie lange noch, wird von Experten entschieden, die sich, sobald es das Wetter erlaubt, aus der Luft von einem Helikopter ein Bild von der Lage machen und das Sprengen von möglichen Lawinen anordnen können. Gerade in Galtür (Bundesland Tirol) blickt man besonders angespannt auf die Wetterlage. Dort kostete 1999 eine Lawine 31 Menschen das Leben.

Die österreichische Landeswarnzentrale rät daher vom Skifahren abseits gesicherter Pisten ab. Besonders in höheren Lagen bleibe die Situation für Wintersportler in den nächsten Tagen noch heikel.

Das gilt auch für die Region weiter östlich: „Ein Viertel unserer Pisten im oberen Bereich sind gesperrt – wegen der Lawinengefahr“, sagt Thomas Wirnsperger vom Tourismusverband Großarltal in Gespräch mit Handelsblatt Online.

Versicherungspolicen für den Skiurlaub – Was ist sinnvoll?

Haftpflichtversicherung

Die sollte ohnehin jeder besitzen. Im Skiurlaub verschafft sie finanzielle Absicherung bei Unfällen, bei denen andere verletzt werden. Die Versicherung deckt Ansprüche eines Unfallopfers wie Behandlungskosten, Schmerzensgeld oder Verdienstausfall. Und: Sie dient Verbraucherschützern zufolge gleichzeitig als Rechtsschutzversicherung gegen unberechtigte oder überzogene Forderungen.

Unfallversicherung

Wer selbst schuld am eigenen Unfall ist, dem zahlt die Krankenkasse zwar die Behandlung, nicht aber die Kosten für eine Bergung oder mögliche bleibende Schäden. Unfallversicherungen sind für wenige Euro im Monat zu haben.

Allerdings: Viele Unternehmen schließen Unfälle durch Risiko-Sportarten aus, und nach Auffassung einiger Versicherer gehören Skifahren und Snowboard-Fahren dazu. Bei manchen Versicherungen gibt es Risikosport-Versicherungen gegen einen Risikozuschlag. Wer eine Berufsunfähigkeit-Versicherung hat, benötigt keine Unfallversicherung.

Reise-Krankenversicherung

Sie ist nach Ansicht von Verbraucherschützern „existenziell“ für Wintersportler, die ins Ausland reisen. Denn selbst innerhalb Europas zahlt die gesetzliche Krankenkasse nur die im Gastland übliche Behandlung, und die fällt oft bescheidener aus als in Deutschland. Zudem steht die private Versicherung für einen notwendigen Rücktransport ein, den keine Kasse übernimmt. Auch für Privatversicherte kann der Zusatz sinnvoll sein. Eine gute Reise-Krankenversicherung gibt es bereits für weniger als zehn Euro pro Jahr.

Reiserücktritt-, Reisegepäck- und Wintersportgeräte-Versicherung

Sie sind meist überflüssig. Eine Reiserücktritt-Versicherung etwa ist eher bei teuren Reisen sinnvoll. Die Bedingungen einer Reisegepäck-Versicherung sind in vielen Fällen gar nicht erfüllbar. In Europa zahlt bei einem Einbruch oder Raub in Gebäuden, etwa im Hotelzimmer oder Parkhaus, die Hausrat-Versicherung. Skibruch-Versicherungen ersetzen in der Regel nur den Zeitwert der Ski - nach zwei Jahren schon bekommen Versicherte so meist gar keine Entschädigung.

Die Schneemengen – derzeit zwei Meter auf dem Berg – seien im Vergleich zu den vorangegangenen Wintern erheblich. Einzelne, nicht bewohnte Gebiete und Spazierwege seien wegen der Lawinengefahr derzeit gesperrt. Am Nachmittag werde die Lawinenwarmkommission die Wetter- und Schneelage bewerten und entweder Pisten freigeben oder sperren. Mit Einbußen für die Tourismusbranche rechnet er nicht.

Doch das Schneechaos ging nicht für alle glimpflich aus: Eine 36-jährige Polin ist auf einer Skipiste in Auffach in der Nähe von Kufstein von einem umstürzenden Baum getroffen und am Bein verletzt worden, im Bezirk Schwaz haben zwei deutsche Autofahrer einen Unfall ausgelöst, in den sieben Autos involviert waren.

Im Skigebiet Axamer-Lizum (Tirol) haben Helferteams mit Lawinenhunden außerdem die Suche nach einem 15 Jahre alten Snowboarder aus Deutschland fortgesetzt, der seit Samstag vermisst wird. Die Junge war allein unterwegs gewesen, aber bei einem vereinbarten Treffpunkt mit seinen Eltern nicht aufgetaucht. Durch die Peilung seines Handys konnte das Gebiet, indem er vermutet wird, auf einen Radius von zwei Kilometern eingegrenzt werden, bislang waren die Retter allerdings erfolglos.

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