Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.09.2011

14:41 Uhr

Schock beim Marathon

Läufer von Buschfeuer eingekesselt

Es soll der ultimative Sportkick werden, ein 100 Kilometer-Rennen in sengender Hitze durch das unwirtliche Terrain Nordwestaustraliens. Doch es wurde ein Horrortrip: Acht Extremsportler gerieten in eine Feuerfalle.

Immer wieder brechen in Australien Buschfeuer aus. ap

Immer wieder brechen in Australien Buschfeuer aus.

SydneyAcht Extremsportler sind bei einem 100-Kilometer- Rennen in Australien in einer Schlucht von einem Buschbrand eingeschlossen worden. Die Läufer mussten am Freitag durch eine lodernde Flammenwand rennen, um sich in Sicherheit zu bringen. Dabei wurden zwei Frauen im Alter von 24 und 35 Jahren schwer verletzt, berichtete der australische Sender ABC. Sie wurden vom Unglücksort in einer entlegenen Region im Nordwesten Australiens in Spezialkliniken nach Melbourne und Sydney geflogen. Bis zu 70 Prozent ihrer Haut ist verbrannt. 

Zwei Läufer kamen mit leichteren Brandverletzungen in Perth ins Krankenhaus. Michael Hull (44) berichtete von seinem Krankenbett aus, dass die Läufer plötzlich vor der Feuerwand standen und weder vor noch zurück konnten. Die Hänge der Salerno-Schlucht in der Kimberley-Region rund 3000 Kilometer nördlich von Perth waren zu steil, um hinaufzuklettern. „Wir mussten schnell entscheiden, ob wir als menschlicher Feuerball verbrennen oder zurück durch die Feuerwand rennen wollten“, sagte er dem Sender ABC. „Wir wussten, dass auf der anderen Seite der Feuerwand nichts war, was brennen konnte.“ 

Die Opfer mussten nach Angaben der Zeitung „West Australian“ fünf Stunden auf die Rettungskräfte warten. Sie wurden schließlich mit Hubschraubern abgeholt und von den Fliegenden Ärzten, die die Gesundheitsversorgung im australischen Outback sicherstellen, zu Kliniken geflogen. 

Der Veranstalter RacingThePlanet brach den Ultramarathon, der in dem Städtchen Kununurra enden sollte, am Freitagnachmittag ab. Die Polizei untersuchte, ob das Feuer mit Absicht gelegt worden war. Das ist Routine in Australien. Es gebe vorerst keine Anzeichen für Brandstiftung, sagte der Polizeichef von Kimberley, Mick Sutherland. Er werde sich dafür einsetzen, dass Veranstalter vor solchen Rennen mit den örtlichen Rettungskräften in Kontakt treten. „Bei solchen Veranstaltungen muss es ein klares Risikomanagement geben“, sagte er im Rundfunk. RacingThePlanet habe möglicherweise Notfallpläne gehabt, aber die Polizeistationen seien nicht alle informiert gewesen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×