Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2013

14:21 Uhr

Schüsse auf Schulgelände

Vier Tote nach Amoklauf in Santa Monica

Ein Mann schießt in der kalifornischen Küstenstadt Santa Monica um sich. Vier Menschen sterben. Der mutmaßliche Täter wird von der Polizei erschossen. Unter den Opfern sind Passanten und Studenten.

World Charter School in Los Angeles nahe des Santa Monica Colleges: Ein Polizist begleitet eine Schülergruppe über das Gelände. ap

World Charter School in Los Angeles nahe des Santa Monica Colleges: Ein Polizist begleitet eine Schülergruppe über das Gelände.

Los AngelesBei einem Blutbad in der kalifornischen Küstenstadt Santa Monica sind fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter der mutmaßliche Täter. Zunächst hatten die Ermittler die Zahl der Toten mit sieben beziffert. Mehrere Menschen wurden verletzt. Ein Opfer sei schwer verwundet im Krankenhaus, hieß es. Der Amokläufer hatte am Freitag auf der Straße und auf dem Campus einer Universität wild um sich geschossen. Der Verdächtige wurde in einer College-Bücherei gestellt und dabei erschossen.

Die Fahnder gehen davon aus, dass der 25 bis 30 Jahre alte Verdächtige eine Reihe von Verbrechen verübt hatte. In einem brennenden Haus in der Nähe des College wurden zwei Leichen gefunden. Die Opfer seien möglicherweise mit dem Schützen verwandt, sagte Polizeisprecher Richard Lewis am Freitagabend (Ortszeit). Der „Los Angeles Times“ zufolge soll es sich um den Vater und einen Bruder des Mannes handeln.

Der Schütze hielt eine Autofahrerin mit gezückter Pistole an und befahl ihr, zum Santa Monica College zu fahren. Er habe versprochen, ihr nichts anzutun, wenn sie „nichts Dummes“ tun werde, sagte die 41-jährige Frau der „Los Angeles Times“. Sie folgte seinen Anweisungen und kam mit dem Schrecken davon.

Amokläufe in den USA seit April 2012

April 2012

Bei einem Amoklauf an einem Privatcollege im nordkalifornischen Oakland kommen sieben Menschen ums Leben. Ein 43 Jahre alter ehemaliger Schüler stellt sich der Polizei. Er sei auf eine Angestellte und frühere Mitschüler wütend gewesen, erklärt er.

Juli 2012

Während der Mitternachts-Preview eines „Batman“-Films schießt ein 24-Jähriger in einem Kino der Stadt Aurora bei Denver (Colorado) um sich und tötet zwölf Menschen. 70 werden verletzt. Der Beginn des Hauptverfahrens ist für Februar 2014 geplant, dem Schützen droht die Todesstrafe.

August 2012

Mit einer Kalaschnikow feuert ein 23 Jahre alter frustrierter Angestellter in einem Supermarkt bei New York um sich und erschießt zwei Kollegen. Danach tötet er sich selbst.

August 2012

Eine geplante Zwangsräumung in Texas führt zu einer Schießerei mit drei Toten und vier Verletzten. Ein 35-Jähriger hatte sich in seiner Wohnung verschanzt und das Feuer eröffnet, als ein Polizist ihm den Räumungsbefehl übergeben wollte.

August 2012

Ein Ex-Soldat erschießt sechs Menschen in einem Sikh-Tempel in Wisconsin. Der Täter aus der rechten Szene stirbt durch eine Polizeikugel. Möglicherweise wollte er die Terroranschläge vom 11. September 2001 rächen und hielt die Sikhs für Muslime.

Dezember 2012

Beim bis dahin schlimmsten Amoklauf an einer US-Schule kommen 27 Menschen ums Leben, darunter 20 Kinder. Der 20-jährige Schütze tötet sich nach dem Blutbad in der Grundschule in Newtown (Connecticut) selbst.

Dezember 2012

In Pennsylvania sterben bei einem Amoklauf vier Menschen, darunter der Schütze. Er erschießt in einer Kirche eine Frau, einen Mann in dessen Wohnung und später einen Autofahrer. Bei einer Verfolgungsjagd feuert er auf Polizisten, bevor er selbst tödlich getroffen wird.

April 2013

Mit einem Messer geht ein 21-Jähriger an einem College in Texas wahllos auf Mitstudenten los und verletzt 14 von ihnen. Die Polizei fasst ihn kurz nach der Tat. Nach Medienberichten hatte der Mann seit längerem Gewaltfantasien.

Juni 2013

Ein Mann schießt auf dem Campus des Santa Monica College um sich und tötet vier Menschen. Zuvor zwang der Mann eine Autofahrerin mit vorgehaltener Waffe, ihn zum Campus zu fahren. Polizisten erschießen den Mann in einer benachbarten Bücherei. Quelle: dpa

Weitere Menschen wurden verletzt, als der mutmaßliche Täter während der Autofahrt um sich schoss und dabei auf mehrere Fahrzeuge und einen Bus zielte. Die Leute hätten sich in Panik auf den Boden geworfen, zitierte die Zeitung eine schwedischen Studentin, die in dem Bus unterwegs war.

Auch auf dem Campus-Gelände habe der Mann weiter wahllos ums sich geschossen, teilte Polizeisprecherin Jacqueline Seabrooks in einer Pressekonferenz mit. Ein Opfer wurde in einem Fahrzeug tödlich getroffen. Der Mann setzte seinen Amoklauf zu Fuß fort. Eine Frau sei vor dem Eingang der Schulbibliothek ums Leben gekommen, hieß es. In dem Gebäude wurde der Mann von Einsatzteams erschossen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×