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23.02.2016

20:09 Uhr

Schuss löst sich bei Polizei-Vorführung

„Eigentlich darf das nicht passieren“

Ein Reporter lässt sich für eine Reportage die Dienstwaffen der Polizei Bremerhaven zeigen. Dabei löst sich ein Schuss und durchschlägt den Oberschenkel des Mannes. Seine Kollegen glauben zuerst an einen Scherz.

Bei der Vorführung einer neuen Dienstwaffe der Polizei Bremerhaven (Bremen) ist ein Journalist angeschossen und verletzt worden. dpa

Polizeiwaffe

Bei der Vorführung einer neuen Dienstwaffe der Polizei Bremerhaven (Bremen) ist ein Journalist angeschossen und verletzt worden.

BremerhavenBeim Vorführen von Dienstwaffen hat ein Polizist in Bremerhaven aus Versehen einen 44-jährigen Journalisten angeschossen und verletzt. Der Schuss habe sich am Dienstag bei einem Recherchetermin unbeabsichtigt aus der Dienstpistole eines Beamten gelöst, sagte der Leiter der Ortspolizeibehörde, Harry Götze. Das Projektil traf den Reporter der „Nordsee-Zeitung“ am Oberschenkel. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht, Lebensgefahr bestand aber nicht.

Die Zeitung teilte auf Facebook mit, dass es dem Journalisten den Umständen entsprechend gut gehe. Der 44-Jährige habe für eine Polizei-Serie recherchiert, um die Ausrüstung der Beamten vorzustellen.

Mit der Polizeipistole P-6 von Sig-Sauer  wurde der Journalist angeschossen. dpa

Polizeipistole P-6 Sig-Sauer

Mit der Polizeipistole P-6 von Sig-Sauer wurde der Journalist angeschossen.

„Zuerst konnten wir es gar nicht glauben, doch es war leider kein Scherz, als uns unser Kollege aus dem Rettungswagen per SMS über den Vorfall selbst informiert hatte“, sagte der Chefredakteur der „Nordsee-Zeitung“, Christian Klose. „Dass unser Reporter noch selbst in der Lage war, uns zu informieren, zeigt aber zum Glück, dass zu keiner Zeit Lebensgefahr bei ihm bestand.“

Die Nachricht habe alle Mitarbeiter der Zeitung geschockt. „Der Kollege hatte sicher großes Glück im Unglück. Er wird bis zum Abend im Krankenhaus noch einmal von den Ärzten behandelt und eventuell noch operiert“, sagte der Chefredakteur. „Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir ihn bald wieder bei uns am Arbeitsplatz haben werden.“

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun, wie es zu dem Unfall kommen konnte. „Eigentlich darf das nicht passieren“, betonte der Leiter der Ortspolizeibehörde, Götze. Bei der Präsentation von Waffen verstehe es sich von selbst, dass sie ungeladen seien. Alle vorgeführten Waffen seien beschlagnahmt und untersucht worden. In keiner habe sich Munition befunden. Warum in der einen Schusswaffe ein Projektil steckte, werde nun untersucht. „Warum das passiert ist, entzieht sich meiner Kenntnis“, sagte Götze.

Bei der Vorführung der Waffen waren ein Pressesprecher der Ortspolizei und ein Trainer für die Anwendung von Schusswaffen anwesend. Der 45-jährige Ausbilder habe den Schuss ausgelöst, sagte Götze. Beide Beamten hätten sich nach dem Unfall krankgemeldet. Der Leiter der Ortspolizeibehörde nannte den Unfall „bedauerlich und schlimm“. Neben den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen würden auch dienstrechtliche Konsequenzen geprüft.

Von

dpa

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