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19.01.2005

14:49 Uhr

Schweißspur überführt Täter

Moshammers Erbe geht an Obdachlose

Nach der Aufklärung des Mordes an Rudolph Moshammer haben die Vorbereitungen für die Beerdigung des Münchner Modemachers begonnen. Auch das Testament soll bald eröffnet werden. Das Vermögen des Ermordeten wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Inmitten von Blumen liegt vor dem Geschäft des ermordeten Modeschöpfers Rudolph Moshammer ein Bild des Toten mit seiner Hündin Daisy. Foto: dpa

Inmitten von Blumen liegt vor dem Geschäft des ermordeten Modeschöpfers Rudolph Moshammer ein Bild des Toten mit seiner Hündin Daisy. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Der ermordete Modeschöpfer Rudolph Moshammer hat nach Einschätzung seiner Freunde einen Löwenanteil seines Vermögens den Obdachlosen vermacht. Er gehe davon aus, dass Moshammers Stiftung „Licht für Menschen ohne Obdach“ einen Großteil bekommen werde, sagte der Arzt und Vertraute des Modemachers, Arnulf Borchers, am Mittwoch. Außerdem werde Moshammers langjähriger Chauffeur wahrscheinlich die Wohnung im Stadtteil Harlaching erben, die er bereits seit Jahren bewohnt.

Unterdessen gab Bayerns Innenminister Beckstein bekannt, daß der mutmaßliche Mörder des Münchner Modemachers durch eine unsichtbare Schweißspur überführt werden konnte. Bei der Spurensicherung sei diese Schweißspur am Telefonkabel entdeckt worden, mit dem Moshammer erwürgt wurde, sagte Innenminister Günther Beckstein (CSU) am Mittwoch in München. „Mit dem bloßen Auge sieht man so etwas nicht.“ Die Beamten der Spurensicherung arbeiteten unter „Reinraum- Bedingungen“, um keine eigenen Spuren zu hinterlassen. „Wenn man eine Schweißspur am Telefonkabel um den Hals eines Ermordeten findet, dann liegt der Verdacht nicht fern, dass das mit dem Mörder zu tun hat“, sagte der Innenminister. Reinräume, in denen die Mitarbeiter Schutzanzüge tragen, sind beispielsweise in der Produktion von Computerchips üblich. Damit wird jede noch so minimale Verschmutzung verhindert.

Der mutmaßliche Täter wurde am Dienstag wegen Suizidgefahr vom Münchner Gefängnis Stadelheim in die psychiatrische Abteilung der Justizvollzugsanstalt Straubing verlegt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Anton Winkler, am Mittwoch. Der 25-jährige Iraker habe Selbstmordabsichten geäußert.

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