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08.04.2011

15:33 Uhr

Schwere Erdstöße

Was Japan noch droht

Vier Wochen nach dem schweren Erdbeben in Japan sind die Folgen noch nicht in vollem Ausmaß abzusehen. Jetzt kommen erschwerend noch starke Nachbeben hinzu. Die wichtigsten Fakten zu Ursachen und Folgen von Nachbeben.

Das Atomkraftwerk Onagawa. Quelle: Reuters

Das Atomkraftwerk Onagawa.

Noch immer wird um das havarierte Atomkraftwerk in Fukushima gekämpft und das Militär sucht weiterhin nach Leichen. Doch die Rettungsarbeiten werden immer wieder von Nachbeben erschwert. Das letzte Nachbeben hatte sogar eine Stärke von 7,4. Wieder gab es Todesopfer, wieder wurden zahlreiche Menschen verletzt und wieder war ein Atomkraftwerk von dem Beben betroffen. Im AKW Onagawa fiel kurzfristig der Strom und somit auch die Kühlung aus. Ein Nachbeben dieser Stärke versetzt auch viele Japaner erneut in Angst. Wie stark können die Nachbeben werden, woher kommen sie und wie lang sind sie noch zu erwarten?

Ursachen und Folgen von Nachbeben

Was ist ein Nachbeben?

„Bei einem Beben bricht ein Teil der Erdkruste auf. Da gibt es eine richtige Bruchfläche“, erklärt Zschau. Weil bei allen Beben die Erdoberfläche nicht vollkommen durchbricht, sondern nur teilweise, ist die Erde unter Spannung gesetzt und Teile der Erdkruste brechen hintereinander weg. Auch an den Rändern des Bruches baut sich viel Spannung auf. Dort reißt die Erdkruste weiter ein - auch das sind Nachbeben.

Gibt es bei jedem Beben Nachbeben?

Ja. Die Stärke des Bebens spielt keine Rolle. Auch kleinere Erdbeben haben Nachbeben, sie sind einfach schwächer. In Japan gibt es laut Zschau fast täglich Nachbeben der Stärke 4.

Wie stark können Nachbeben sein?

In der Regel sind die Nachbeben kleiner als das Hauptbeben. „Man kann von der Faustregel ausgehen, dass die stärksten Nachbeben etwa eine Stufe kleiner sind als das Hauptbeben“, sagt Zschau. Das würde heißen, bei dem Hauptbeben in Japan am 11. März von einer Magnitude 9,0 können die Nachbeben durchaus eine Stärke von acht erreichen.

Klingen die Nachbeben mit der Zeit ab?

Die gute Nachricht lautet: Ja. Mit der Zeit klingen die Nachbeben ab, weil die Bereiche, die erschüttert worden sind, an der Erdoberfläche durchbrochen wurden. Die Wahrscheinlichkeit für stärkere Ereignisse nimmt ab. Die schlechte Nachricht lautet: Das Beben am 11. März war so stark, dass es in den nächsten Monaten viele weitere Nachbeben geben wird. „Noch nach Jahren wird sich die Aktivität in der Region nicht völlig beruhigt haben“, sagt Zschau. Die Gefahr eines großen Nachbebens aber „dürfte in etwa einem Jahr vorbei sein“, prophezeit Zschau.

Ist nur die Krisenregion von weiteren Beben betroffen oder sind auch andere Regionen gefährdet?

Die gesamte Region, die vom Hauptbeben im März erschüttert wurde, ist von weiteren Nachbeben bedroht. Ein Beben der Magnitude sieben bricht maximal eine Fläche von 20 bis 30 Kilometer auf. Ein Beben der Stärke acht könnte laut Zschau eine Fläche weiter als 100 Kilometer erschüttern, das Beben der Stärke neun muss etwa 500 Kilometer weit gereicht haben. Bei schweren Beben sind deshalb auch Randgebiete der Krisenregion von weiteren Nachbeben betroffen.

Von

dpa

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