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09.01.2004

15:41 Uhr

Schwere Vorwürf im TÜV-Gutachten

Staatsanwalt ermittelt nach tödlichem Bungee-Sprung

Konstruktionsmängel und Materialermüdung sollen für den Todessturz eines Mannes mit dem Bungee-Seil verantwortlich sein. Nun nimmt sich die Staatsanwaltschaft der Sache an.

HB DORTMUND. Ein halbes Jahr nach einem tödlichen Bungee- Unfall in Dortmund hat die Staatsanwaltschaft gegen den Betreiber der Anlage Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen. Konstruktionsmängel, Materialermüdung und -überalterung seien die Ursachen für das Unglück gewesen, bei dem im Juli ein Mann in den Tod stürzte, berichtete die Staatsanwaltschaft. Dies gehe aus einem seit Freitag vorliegenden TÜV-Gutachten hervor.

Zudem seien Ermittlungen gegen zwei weitere Mitarbeiter der Anlage, die vor Ort waren, aufgenommen worden. „Wir gehen von Verletzungen der Sorgfaltspflicht aus“, sagte Oberstaatsanwalt Heiko Oltmanns.

Der Betreiber der Bungee-Anlage, die Jochen Schweizer GmbH (Unterhaching), schließt eine Wiederaufnahme des Betriebes trotz der Ermittlungen nicht aus. „Der Meinungsbildungsprozess zwischen der Stadt Dortmund und uns ist noch nicht abgeschlossen“, sagte ein Sprecher. Die Stadt Dortmund hatte wiederholt erklärt, sie sähe die Anlage am Fernsehsturm am liebsten geschlossen.

Das Unternehmen war bislang davon ausgegangen, ein Materialfehler habe das Seil reißen lassen, als am 20. Juli ein 31-Jähriger aus Mommenheim in den Tod sprang. Zu dem Gutachten wollte sich der Betreiber erst am späten Donnerstagnachmittag äußern.

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