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18.07.2011

09:54 Uhr

Schwierige Bergung der „Bulgaria“

Schlick hält das Unglücksschiff am Grund der Wolga fest

Das Wrack des vor mehr als einer Woche in Russland auf der Wolga gesunkenen Kreuzfahrtschiffs „Bulgaria“ soll noch am Montag gehoben werden.

Zwei schwimmende Kräne sollen das Wrack der "Bulgaria" aus den Tiefen der Wolga heben. Quelle: Reuters

Zwei schwimmende Kräne sollen das Wrack der "Bulgaria" aus den Tiefen der Wolga heben.

Moskau„Wenn alles nach Plan verläuft, sollten wir es noch heute heben können“, sagte eine Sprecherin des Katastrophenschutzministeriums in der Teilrepublik Tatarstan. Demnach sollte die 78 Meter lange „Bulgaria“ mit zwei riesigen Schwimmkränen an die Oberfläche gehoben werden, wo sie leer gepumpt werden sollte. Es sei aber noch nicht gelungen, das Wrack ganz aufzurichten. Die Arbeiten unter Wasser gestalteten sich schwierig, hieß es. So sinke das Schiff in 20 Metern Tiefe immer weiter in den Schlick ein.

Die Bergungsarbeiten hatten am Samstag einen Rückschlag erlitten, als eines der Stahlkabel, mit dem die „Bulgaria“ vom Grund der Wolga in 20 Meter Tiefe gehoben werden sollte, gerissen war. Zudem behinderte die schlechte Sicht unter Wasser die Arbeit der knapp 50 eingesetzten Taucher.

Schiffsunglücke in Russland

01. August 2010

Auf dem Albertsee in Uganda kentert im Sturm ein stark überladenes Schiff und sinkt. Mehr als 70 Menschen ertrinken, darunter Schulkinder und Händler. Nur 17 Menschen überleben. Das Schiff war nur für 40 Passagiere und zwei Tonnen Ladung zugelassen.

28. Juli 2010

Ein überfülltes Passagierschiff kentert in der westkongolesischen Provinz Bandundu auf dem Kasai, einem Nebenfluss des Kongo, und geht unter. Nach Angaben der Behörden werden bis zu 80 Leichen geborgen, der Rückversicherer Swiss Re gibt 140 Tote an.

14. Juni 2010

Nach dem Kentern einer überladenen Fähre ertrinken auf dem Ganges im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh rund 60 Menschen, darunter zahlreiche Kinder. Das Schiff hatte circa 70 Passagiere an Bord, etwa doppelt so viele wie erlaubt.

25. November 2009

In der westkongolesischen Provinz Bandundu havarieren bei der Überfahrt auf dem See Mai Ndombe zwei Boote. Mindestens 73 Menschen kommen ums Leben, mehr als 270 überleben. Die Boote waren offenbar aneinander getäut und hatten keine Lizenz zum Transport von hunderten Passagieren.

09. September 2009

Auf dem Fluss Shebro im westafrikanischen Sierra Leone kentert ein Boot mit mehr als 150 Menschen an Bord. Rettungsmannschaften ziehen mehr als 40 Überlebende aus dem Wasser und bergen acht Tote. Das Schicksal der übrigen bleibt unbekannt. Das Boot war völlig überfüllt und hatte keine Rettungsboote.

08. April 2006

Ein überladenes Motorboot mit mehr als 150 Passagieren an Bord sinkt im Volta-See in Ghana. Mindestens 110 Menschen bleiben vermisst. Das Boot war mit einem Baumstumpf im Wasser kollidiert.

Bei der schwersten Schiffskatastrophe in Russland seit der Sowjetzeit waren am 10. Juli bis zu 128 Menschen ums Leben gekommen. Bisher wurden 114 Leichen geborgen, 15 Passagiere wurden weiterhin vermisst.

Die Bergung des Schiffs, das in der russischen Teilrepublik Tatarstan auf einem See von Europas längstem Fluss südlich der tatarischen Hauptstadt Kasan gesunken war, soll Aufschluss über die Ursache des Unglücks geben. Bislang gehen die Behörden davon aus, dass das 1955 in der Tschechoslowakei gebaute Ausflugsschiff überfüllt und in schlechtem Zustand war. Zudem soll ein Motor beschädigt gewesen sein. Schiffe vom selben Typ wie die „Bulgaria“ dürfen künftig nicht mehr betrieben werden, verfügte die Regierung.

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