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24.08.2013

14:04 Uhr

Sechs Jahre Bauzeit

Dresdner Waldschlößchenbrücke offiziell eröffnet

Der Titel als Weltkulturerbe ist weg, die Brücke ist da: Nach sechs Jahren Bauzeit ist die 636 Meter lange Waldschlößchenbrücke über das Elbtal offiziell eröffnet worden. Für Autos ist die Strecke erst ab Montag frei.

Waldschlößchenbrücke aus der Luft: Wegen des Neubaus hat die Unesco dem Elbtal den Titel als Weltkulturerbe entzogen. dpa

Waldschlößchenbrücke aus der Luft: Wegen des Neubaus hat die Unesco dem Elbtal den Titel als Weltkulturerbe entzogen.

DresdenNach fast sechs Jahren Bauzeit ist die umstrittene Dresdner Waldschlößchenbrücke fertig. „Endlich!“, sagte Oberbürgermeisterin Helma Orosz bei der Eröffnung am Samstag zu tausenden Dresdnern, bevor sie mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) ein Band durchschnitt. Ein Elbdampfer tutete dazu, 2000 gelbe Luftballons stiegen in den Himmel. Danach schritten Orosz und Tillich gemeinsam über die neue Flussquerung, die sich rasch mit Menschen füllte. Wegen des Projekts hatte die Unesco dem Dresdner Elbtal 2009 nach dreijährigem Ringen den Welterbetitel entzogen – als erster Kulturstätte überhaupt.

Statt „Mut zur Lücke“, wie von der Unesco gefordert, hätten die Dresdner „Mut zur Brücke“ bewiesen, sagte Tillich. „Damit haben sie Pragmatismus bewiesen in einer Stadt am Fluss, wo Menschen den Weg über eben diesen suchen und brauchen.“ Er wünsche sich, „dass dieses Bauwerk nicht nur verbindet, sondern auch angenommen wird.“

Auch Orosz verwies auf die mehrheitliche Zustimmung der Menschen in einem Bürgerentscheid 2005. Sie räumte ein, dass der neue Verkehrszug und die damit verbundene Aberkennung des Welterbetitels in Politik und Bürgerschaft Gräben aufgerissen habe. Sie wünsche sich aber, dass diese Konfrontation in den kommenden Wochen überwunden werde. Für sie stehe auch nach Fertigstellung der Brücke fest: „Das Dresdner Elbtal ist welterbewürdig.“

Umplanungen, Prozesse und ungünstiges Wetter hatten das größte städtische Bauprojekt mehrmals verzögert und die Kosten von 137 Millionen Euro auf letztlich rund 180,5 Millionen Euro getrieben. Ursprünglich sollte die Waldschlößchenbrücke schon zweieinhalb Jahre früher in Betrieb gehen. Nach dem Baubeginn hatten Massenproteste, Sitzblockaden, Anschläge auf und Besetzungen von Baugeräten auch bundesweit Schlagzeilen gemacht. Baustoppanträge in Parlamenten und Klagen scheiterten.

Protest gab es auch gegen das Brückenfest zur Eröffnung, Vertreter der Unesco hatten die Einladung der Stadt abgelehnt. Nach wie vor prangern Kritiker Schäden in Natur und Umwelt an und warnen vor der Gefahr weiterer Bauprojekte im Elbtal. Ab Montag rollt der Verkehr. Bis dahin wird ein großes Brückenfest gefeiert.


Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

24.08.2013, 11:47 Uhr

Das Problem in dem Maß hätte wahrscheinlich nicht gegeben wenn man die Brücken architektonisch anders entworfen hätte. Aber wie in Deutschland muß es immer ein Zweckbau sein. Schönheit hat hier eh keinen Wert mehr.

Account gelöscht!

24.08.2013, 12:07 Uhr

Man kann den Dresdenern zum Sieg der Vernunft und Interessen der Menschen über die Öko-Ideologie nur gratulieren.

Ich finde, die neue Brücke passt in ihrer schlichten Form sehr gut in das schöne Elbtal Dresdens und ist verkehrlich sehr notwendig, da das Blaue Wunder die heutige Verkehrslast nicht mehr lange tragen kann.

Dresdner

24.08.2013, 12:42 Uhr

Nagelneu und potthäßlich !
So etwas Potthäßliches sieht man nur selten!
Das können sogar die Chinesen besser .....

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