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14.08.2011

10:22 Uhr

Seilbahnunfall

Polizei prüft Zusammenhang mit Dreharbeiten

Auch einen Tag nach dem Seilbahnunfall im Allgäu sind die Hintergründe weiter unbekannt. Möglicherweise gibt es aber einen Zusammenhang mit Dreharbeiten. Einer der beiden Gleitschirmflieger war ein Münchner Kameramann.

Bei dem Seilbahnunfall in Schwangau konnten Retter der Bergwacht am Samstagmorgen alle 20 Fahrgäste bergen. Quelle: dpa

Bei dem Seilbahnunfall in Schwangau konnten Retter der Bergwacht am Samstagmorgen alle 20 Fahrgäste bergen.

SchwangauNach dem Seilbahn-Drama im Allgäu prüft die Polizei nun Hinweise, ob der Unfall möglicherweise mit Dreharbeiten für einen Film zusammenhängen könnte. Es zeichneten sich Erkenntnisse ab, die einen solchen Zusammenhang des Gleitschirmflugs möglich machten, sagte ein Polizeisprecher in Kempten am Samstagabend. Einzelheiten wollte ein Sprecher in der Nacht zum Sonntag aber nicht machen.

Am Freitagabend hatte sich ein Gleitschirmflieger am Tegelberg bei Schwangau im Ostallgäu in den Seilen der Bergbahn verfangen und sie lahmgelegt. 20 Menschen mussten bis Samstagmorgen gefangen in einer etwa zwölf Quadratmeter kleinen Kabine ausharren. Der Gleitschirm-Pilot und sein Mitflieger, ein Münchner Kameramann, wurden bei dem Unfall unweit des Schlosses Neuschwanstein leicht verletzt.

Zunächst hatten sich die Ermittlungen vor allem auf den 54 Jahre alten Gleitschirm-Piloten konzentriert: wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr sowie wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Bergwacht gelingt Rettungsaktion

Video: Bergwacht gelingt Rettungsaktion

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19 der Eingeschlossenen waren Touristen - der älteste 75, der jüngste vier Jahre alt. Auch der Gondelführer verbrachte die Nacht 100 Meter über einem Steilhang. Erst im Morgengrauen konnte mit der Bergung per Hubschrauber begonnen werden. Alle 20 Insassen blieben unverletzt.

Die ganze Nacht über bis zum Samstagmorgen waren viele Helfer präsent, unter anderem auch von der Bergwacht Allgäu. Zwei Notärzte hielten sich bereit. Einer von ihnen war die ganze Nacht auf einem Stützpfeiler der Bergbahn, um sich im Notfall möglichst schnell zur Gondel vorarbeiten zu können.

Aus einer zweiten Seilbahn-Gondel hatten die Helfer am Freitagabend 30 Menschen abseilen können. Für die höhere Gondel jedoch war das windige Wetter zu gefährlich, so dass es zu der Notsituation gekommen war.

Von

dpa

Kommentare (1)

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wrsqprmpf

14.08.2011, 20:38 Uhr

Bei n-tv gibt es ein Video mit dem Unfallhergang. Man sieht, dass ab dem Start das rechte Ende ("Ohr") des Gleitschirms herabhängt. Dies deutet aud einen Verhänger der Leinen hin. Man sieht, dass der Pilot mit beiden Händen versucht, das Problem zu beheben. Dabei bläst ihn der Wind in Richtung Seilbahn, und es gelingt ihm nicht mehr auszuweichen. Zwischn Start und Unfall vergehen nur wenige Sekunden. Normalerweise prüft der Pilot in der Startphase den Schirm auf Verhänger. Dazu hat er nicht beliebig viel Zeit, da sich der Schirm bereits in der Luft befindet. Wird ein Problem festgestellt, kann der Start abgebrochen werden. Es kann aber vorkommen, dass man einen Verhänger übersieht.

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