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21.12.2014

12:19 Uhr

Sekt im Test

Das perlt an den Feiertagen

VonHeidi Trabert

Spezialisten von Öko-Test haben gute Schaumweine unter die Lupe genommen – und festgestellt, dass Genuss nicht teuer sein muss. Worauf Liebhaber achten sollten und wie der Sekt über die Feiertage am besten schmeckt.

Auf dem Heimatmarkt schwächelt das Geschäft der Kellerei Henkell. dpa

Silvester am Brandenburger Tor

Auf dem Heimatmarkt schwächelt das Geschäft der Kellerei Henkell.

DüsseldorfUm es mit „Dittsche“ zu sagen: Bei vielen Deutschen perlt es zum Jahresende aber mal richtig. Allerdings nicht mit Bier und im Bademantel wie bei Olli Dittrichs Kunstfigur. Sondern stilvoll mit Sekt. Rund vier Liter Qualitätsschaumwein trinkt jeder Erwachsene bei uns pro Jahr. Den meisten davon wohl an Weihnachten und Neujahr.

Und dieser Genuss muss nicht mal teuer sein. Weniger als sieben Euro kostet der günstigste Testsieger, den Öko-Test kürzlich ermittelte. Für die teuerste „sehr gute“ Sektflasche werden knapp 17 Euro fällig. In ihrer Auswahl beschränkten sich die Tester auf hochwertige Qualitätsschaumweine.

Alle 18 Proben wurden in traditioneller Flaschengärung hergestellt. Ihre Inhaltsstoffe nahm ein Labor unter die Lupe. Fünf Experten testeten die Sensorik, also Geruch, Geschmack, Aussehen und Mundgefühl. Nicht mit von der Partie waren bekannte Markenhersteller wie „Rotkäppchen“, „Mumm“ oder „Fürst von Metternich“. Sie nutzen eine andere Methode zur Sektproduktion, die nicht als Top angesehen wird.

So wird Sekt zum Genuss

Richtig lagern

Sekt sollte immer in kühlen, dunklen Räumen gelagert werden – und das am besten stehend. Liegend könnte die spezielle Flaschenbeschichtung beschädigt werden.

Zügig verbrauchen

Das ist die beste Ausrede: Es lohnt sich nicht, Sekt länger aufzuheben. Er büßt oft und schnell an Qualität ein. Dies gilt umso mehr, wenn die Flasche offen ist. Der letzte Rest lässt sich mit einem Sektverschluss und dem Kühlschrank in den nächsten Tag retten.

Das ideale Glas

Am besten schmeckt Sekt aus hohen oder tulpenförmigen Gläsern. Daraus verflüchtigt sich die Kohlensäure nicht so schnell. Und es sieht schöner aus.

Perfekt eingießen

Sektgläser füllt man nur zu etwa zwei Drittel, damit sich die „Blume“ entfalten kann – und die Perlen im Glas bleiben.

Saubere Gläser

Sektgläser bitte nicht mit Spülmittel reinigen. Das „killt“ den Schaum, sodass der Sekt nicht mehr perlt. Besser nur klares, heißes Wasser verwenden und mit einem feinen Tuch abreiben.

Kalt genießen

Weißer Sekt sollte bei 5 bis 7 Grad, Rosé bei 6 bis 8 Grad und roter Sekt bei 9 bis 11 Grad Celsius genossen werden. Kälter sollte der Qualitätsschaumwein aber nicht werden, sonst kann sich das Bukett nicht richtig entfalten.

Schnell abkühlen

Ist der Sekt zu warm, hilft es, ihn in einen Sektkühler mit Eis und Wasser zu stellen und einen Esslöffel Salz hinzu zu fügen.

Wozu Sekt passt

Als Willkommensgruß und als Aperitif ist Sekt immer geeignet. Aber auch während des Menüs gibt es passende Einsatzmöglichkeiten. Aber bitte nicht zur Suppe.

Damit harmonieren weißer und Rosé-Sekt

Weißer und Rosé-Sekt harmonieren mit Vorspeisen, Fischgerichten, hellem Fleisch und Desserts.

Perfekt zu rotem Sekt

Ähnlich wie Rotwein passt roter Sekt perfekt zu Gerichten mit dunklem Fleisch. Dazu zählen die Weihnachtsgans und der Festtagsbraten.

Quelle: Deutscher Sektverband

Die traditionelle Flaschengärung gilt hingegen als Qualitätsmerkmal. Zum einen wegen der hochwertigen Trauben. Zum anderen, weil bei diesem Herstellungsverfahren die alkoholische Gärung über mehrere Monate tatsächlich in der Flasche stattfindet – und nicht in einem großen Tank. Daher stammen auch die „Perlen“ ausschließlich aus diesem längeren Reifeprozess.

In der Vergangenheit hatten manche Hersteller schon mal Kohlensäure aus anderen Quellen dazu gemauschelt. Doch diesmal gab es für die Öko-Tester in diesem Punkt nichts zu bemängeln. Nach Pestiziden haben die Juroren erst gar nicht gesucht. In früheren Tests waren schon im vergorenen Grundwein kaum Rückstände nachweisbar.

Also alles paletti? Nicht ganz. Von der Hälfte der getesteten Qualitätsschaumweine waren die Öko-Tester nicht begeistert. Sie waren ihnen teilweise zu bitter oder zu sauer. Im Henkell-Sekt schmeckten die Juroren zu viel Zucker heraus, obwohl der Hersteller mit 12,8 Gramm Restzucker pro Liter noch innerhalb der zulässigen Höchstmenge für die Geschmacksangabe „brut“ („herb“) blieb.

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