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16.02.2013

16:25 Uhr

Selbstmordgefahr

Oscar Pistorius unter ständiger Beobachtung

Das nächste Drama soll verhindert werden: Der unter Mordverdacht stehende Paralympics-Star Oscar Pistorius wird wegen Suizidgefahr rund um die Uhr überwacht. Über den Ablauf der Tragödie herrscht weiter Unklarheit.

Die Polizeistation, in der Oscar Pistorius in Haft sitzt. dpa

Die Polizeistation, in der Oscar Pistorius in Haft sitzt.

KapstadtDer südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius wird einem Fernsehbericht zufolge wegen Selbstmordgefahr in der Polizeizelle rund um die Uhr beobachtet. Dies berichtete der südafrikanische Fernsehsender ENCA am Samstag. Pistorius wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, in der Nacht zum Donnerstag seine Freundin Reeva Steenkamp (29) ermordet zu haben.

Die Familie und das Management von Pistorius (26) bestreiten den Mordvorwurf. Der tödliche Geschehen im Hause des Profisportlers sei eine „schreckliche Tragödie“. Pistorius wirkte bei dem ersten, etwa 40 Minuten langen Hafttermin vor Gericht am Freitag in Pretoria niedergeschlagen. Der Anwalt von Pistorius sprach von einem „extrem traumatisierten Geisteszustand“ seines Mandanten.

Zu Ehren von Reeva Steenkamp soll am Dienstag ein Gedenkgottesdienst in Port Elizabeth stattfinden. Sie werde später in Anwesenheit der Familie begraben. Die 29-Jährige war Juristin, die ihr Geld aber vor allem als Model und Fernsehstar verdiente. Am Dienstag wird auch die Verhandlung gegen Pistorius vor dem Gericht in Pretoria wieder aufgenommen. Dann entscheidet sich nach dem Willen der Anwälte, ob er gegen Kaution freigelassen wird.

Unklarheit besteht weiter über den Tathergang. Die Polizei bestätigte bisher nur, dass Steenkamp mit Schüssen in den Kopf, in Arme und Beine tot im Hause von Pistorius gefunden worden war. Auch die Tatwaffe, auf Pistorius zugelassen, sei sichergestellt worden. Der Profisportler und das Opfer seien beim Eintreffen der Polizei allein im Haus gewesen. Es befindet sich in einer streng bewachten, ummauerten Luxus-Wohnsiedlung.

Südafrikanische Medien berichteten, dass Steenkamp durch eine Badezimmertür erschossen worden sei. Nachbarn hatten demnach vor den Schüssen eine lautstarke Auseinandersetzung im Haus Pistorius gehört, was in der Vergangenheit schon häufiger passiert sein soll. Die Polizei sei deswegen am Abend vor der Tat gerufen worden. Bestätigt hatten die Behörden nur, dass es im Domizil von Pistorius schon mehrfach zu Vorfällen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt gekommen sei.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Pistorius, seine Freundin „vorsätzlich“ erschossen zu haben. Das Gericht in Pretoria wollte am Freitag zunächst weder über die Mordanklage noch über die Frage entscheiden, ob Pistorius gegen eine Kaution aus der Polizeihaft entlassen werden könnte. Das hatten seine Anwälte beantragt.

Pistorius war 2012 in London als erster beidseitig beinamputierter Sportler auf Hightech-Karbon-Prothesen bei Olympischen Spielen gestartet. Bei den Paralympics gewann der auch als „blade runner“ bekannte Profi sechs Mal.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Trosia

17.02.2013, 11:00 Uhr

Hört doch bitte mit dieser furchtbaren Berichterstattung auf. Alles unklar? Warum sagt man nicht klar, dass Pistorius seine Aussagen unter erdrückender Beweislast verweigert und statt dessen zur Manipulation der Medien halt mal in Tränen ausbricht? So einer soll dann auf Kaution freigelassen werden?

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