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02.09.2012

17:44 Uhr

Seltenes Tier

Elch bei Verkehrsunfall in Potsdam getötet

Da versagt die deutsche Verkehrssicherheit: Elche kommen aufgrund ihres Gewichts durch so ziemlich jeden Zaun. Ein seltenes Exemplar nutzte nun die Chance und wollte eine Fahrbahn bei Berlin überqueren - erfolglos.

Ein Elch steht am 05.10.2011 an der Autobahn A20 bei Greifswald in Vorpommern. Brandenburgs Jäger beobachten seit Jahren immer häufiger Elche in freier Wildbahn. Foto: NDR dpa

Ein Elch steht am 05.10.2011 an der Autobahn A20 bei Greifswald in Vorpommern. Brandenburgs Jäger beobachten seit Jahren immer häufiger Elche in freier Wildbahn. Foto: NDR

Rüdersdorf/PotsdamEin junger Elch ist am Wochenende beim Überqueren einer Autobahn nahe Berlin getötet worden. Das imposante Wildtier - Elche werden bis zu drei Meter lang und 800 Kilogramm schwer - wurde am Samstag auf der A10 von einem Auto angefahren. Der Elch überlebte zunächst, wurde dann aber von einem Lastwagen erfasst und starb. Bei dem Unfall wurde ein Autofahrer verletzt. Die Strecke war zeitweise gesperrt.

Nach Angaben der Autobahnpolizei Bernau handelte es sich um einen jungen Bullen. „Er hatte schon ein Geweih, das war aber noch nicht so groß“, sagte eine Sprecherin am Sonntag. Für die Entsorgung des Kadavers gelten nach Angaben des Landesjagdverbands Brandenburg strenge Vorschriften. „Wild, das bei einem Verkehrsunfall getötet wurde, darf nicht in den Lebensmittelhandel gelangen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Bernd Möller. Ein Verkauf sei nicht erlaubt, Verstöße würden strafrechtlich geahndet.

Elche tauchen zunehmend wieder in Brandenburg auf. Etwa 70 bis 100 Mal seien sie dort seit 1990 gesehen worden, sagte Diplom-Forstingenieur Jan Engel vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE). Vor allem Jäger in den Gegenden an Oder und Neiße meldeten Sichtungen. Gegeben habe es den Elch in Brandenburg schon immer. „Er war aber hier nie so richtig heimisch wie in Polen oder noch weiter östlich, sondern zog immer mal durch. Zu DDR-Zeiten wurde er sogar gejagt.“

Woher der getötete Elch stammte, war zunächst unklar. Die Polizei in Bernau vermutete, das Tier sei über die Oder aus Polen nach Deutschland gekommen. Es ist nicht der erste „Elch-Unfall“ in Brandenburg: Im August 2.000 verendete ein Elch nach einem Zusammenstoß mit einem Linienbus im Spreewald, teilte das Agrarministerium mit. Insgesamt wurden seit der Wiedervereinigung acht tote Tiere in Brandenburg gefunden.

„Elche sind im Straßenverkehr wesentlich gefährlicher als Rehwild“, sagte Möller vom Landesjagdverband. „Aufgrund ihrer Höhe reichen sie bis in die Fahrerkabine eines Autos.“ Die Autobahnen in Deutschland seien zwar gegen Wildwechsel sehr gut gesichert, zwei Meter hohe Wildzäune seien aber für Elche kaum ein Hindernis.

Von

dpa

Kommentare (2)

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OKOLOGE

02.09.2012, 18:34 Uhr

warum werden die nicht zusammen mit den wölfen abgeschossen?
sollten sie sich ansiedeln, dann wird das sich über jahre entwickelte ökologische gleichgewicht zerstört und mehr schaden als nutzen angerichtet.

oder sollten demnächst eve auch tieger, löwen, elefanten freigesetzt werden?

Elchtest

02.09.2012, 19:34 Uhr

Auf welchen Daten beruht Ihre Aussage, dass durch Wölfe und Elche ein ökologisches Gleichgewicht zerstört werden sollte?

Es tut mir leid um die Person, die bei dem Unfall verletzt wurde und auch um das schöne Tier und die Fahrzeuge. Aber deshalb gleich alles abschießen, was aktuell nicht da ist, ist sicherlich der falsche Weg. Es gehört zur Natur, dass diese sich ändert und ich könnte mir vorstellen, dass auch mit Elchen und Wölfen ein neues ökologisches Gleichgewicht entstehen kann. Warum also nicht einen Weg suchen mit diesen Tieren (die ja vorher auch schon in diesen Gegenden waren) zu leben?

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