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03.01.2015

11:54 Uhr

Sexuelle Übergriffe in Indien

Japanerin wurde drei Wochen eingesperrt und vergewaltigt

Erneut sorgt ein Vergewaltigungsfall in Indien für Aufregung. Eine Japanerin wurde von zwei Brüdern drei Wochen lang festgehalten und vergewaltigt. Die mutmaßlichen Täter hatten sich zuvor als Touristenführer ausgegeben.

Indische Studentinnen protestieren mit Plakaten gegen Vergewaltigung und erinnern an die grausame Vergewaltigung in Neu-Delhi vor zwei Jahren.

Indische Studentinnen protestieren mit Plakaten gegen Vergewaltigung und erinnern an die grausame Vergewaltigung in Neu-Delhi vor zwei Jahren.

PatnaIn Indien hat erneut ein brutaler Vergewaltigungsfall für Aufsehen gesorgt. Zwei Brüder wurden nach Behördenangaben vom Samstag wegen der wiederholten Vergewaltigung einer japanischen Touristin festgenommen. Die 22-Jährige wurde demnach drei Wochen lang unter Waffengewalt in einem unterirdischen Raum festgehalten und vergewaltigt. Mitte Dezember wurde die Studentin laut Polizei wegen ihres sich verschlechternden Gesundheitszustands zur medizinischen Behandlung nach Gaya gebracht. Von dort konnte sie entkommen und sich an japanische Touristen wenden, die ihr halfen, das japanische Konsulat in Kolkata zu kontaktieren.

Die Tat ereignete sich nahe der heiligen buddhistischen Stätte Bodh Gaya, wohin die Japanerin von Kolkata aus gereist war. Im November hatte sie dort in einem Hotel eingecheckt. Bei den beiden mutmaßlichen Tätern handelt es sich laut Polizei um zwei Brüder im Alter von 25 und 32 Jahren, die als Touristenführer arbeiteten. Die beiden müssen sich nun wegen Freiheitsberaubung und Vergewaltigung verantworten.

Die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen

Exporte

Die deutschen Ausfuhren nach Indien haben sich von 2000 bis 2010 nahezu vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurden dort Waren „Made in Germany“ im Wert von 9,25 Milliarden Euro abgesetzt, ein Plus von 14,3 Prozent. In der Rangliste der wichtigsten Exportkunden Deutschlands nimmt Indien damit Platz 21 ein. Größter Verkaufsschlager sind Maschinen, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik und Fahrzeugen.

Importe

Schneller als die Exporte wachsen die Einfuhren aus Indien. Sie legten 2010 um mehr als ein Fünftel auf rund 6,2 Milliarden Euro zu. Dabei stehen Textilien und Bekleidung an Nummer eins, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik, Maschinen und Nahrungsmitteln.

Unternehmen

Mehr als 3000 deutsche Unternehmen sind in Indien tätig, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Darunter befinden sich so große Konzerne wie Siemens, Bosch, SAP und BMW. Umgekehrt gibt es rund 300 indische Firmen in Deutschland, die knapp 13.000 Mitarbeiter zählen. Dazu gehören der Windenergieanlagen-Bauer Repower und der Arzneimittel-Hersteller Betapharm.

Wirtschaftswachstum

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft auf einen Ausbau ihrer Geschäfte mit Indien sind gut: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Schwellenland in diesem Jahr ein Wachstum von 8,2 Prozent und 2012 von 7,8 Prozent zu.

Sexuelle Gewalt ist Indien weit verbreitet. Vor zwei Jahren hatte der Fall einer Studentin weltweit für Empörung gesorgt, die von einer Gruppe in Neu Delhi so brutal vergewaltigt worden war, dass sie an ihren Verletzungen starb. Doch trotz der allgemeinen Empörung und einer Verschärfung der Strafgesetze hält die sexuelle Gewalt gegen Frauen in Indien unvermindert an: Einer Regierungsstatistik zufolge wird alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt. Auch ausländische Frauen wurden zuletzt mehrfach Opfer, die Zahl der Touristen in Indien ging nach entsprechenden Berichten zurück.

Von

afp

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