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29.04.2012

18:40 Uhr

Sicherheit für Olympia

Flugabwehr-Raketen auf Wohnhaus in London

Olympia 2012 in London - das wird auch für die Sicherheitsbehörden eine Mammutaufgabe. Jetzt wurde bekannt, dass Boden-Luft-Raketen die Spiele ausgerechnet von einem Wohnblock aus sichern sollen.

Auf diesem Gebäude in London sollen die Boden-Luft-Raketen stationiert werden. Reuters

Auf diesem Gebäude in London sollen die Boden-Luft-Raketen stationiert werden.

LondonBoden-Luft-Raketen auf einem Wohnblock sollen die Olympischen Spiele im Sommer in London vor Terrorangriffen schützen. Das wurde am Sonntag in London bekannt. Die 700 Anwohner des Wohnkomplexes wurden von der Regierung per Flugblatt informiert, dass auf dem Dach ihres Hauses künftig Raketen stationiert werden.

Die Raketen würden aber nur als „letztes Mittel“ abgefeuert, heißt es nach Angaben eines Anwohners in dem Flyer, den das Verteidigungsministerium herausgeben hat. Die BBC zeigte am Sonntag einen Abschnitt des Flugblattes. Darin heißt es unter anderem: „Das System dient dazu, den Luftraum zu überwachen und darf nur auf ausdrücklichen Befehl der höchsten Regierungsebenen aktiv in Gebrauch genommen werden, als Antwort auf eine extreme Sicherheitsbedrohung.“

Dem Anwohner zufolge sollen während der Spiele ständig mindestens zehn Soldaten in dem Gebäude sein. Es handele sich um gut ausgebildete Leute, heißt es in dem Flyer weiter. Die Anwohner bräuchten sich nicht bedroht fühlen. Sie würden durch die Raketen nicht selbst zu einem Ziel terroristischer Angriffe.

Das Waffensystem soll auf dem ehemaligen Wasserturm des Gebäudes aufgestellt werden. In dem Wohnblock im Stadtteil Bow leben nach Angaben des Bewohners derzeit 700 Menschen. „Ich habe nachgeschaut, was das für Raketen sind und ich glaube nicht, dass es das ist, was man über einer Wohngegend abfeuern kann“, sagte der 28 Jahre alte Brian Whelan, der in dem Wohnkomplex lebt, der Nachrichtenagentur PA. „Das ist total unpassend.“

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Die örtliche Labour-Abgeordnete Rushana Ali betonte in der BBC, allem Anschein nach gab es von Regierungsseite keine ausreichenden Vorgespräche. „Ich werde die Regierung um eine Erklärung bitten, warum dies nicht passiert ist“, sagte sie. Das Verteidigungsministerium müsse sich die Sache noch einmal ansehen.

Die Raketen sind nach früheren Angaben des Verteidigungsministeriums Teil des Sicherheitskonzeptes für die Spiele. Unter anderem werden auf der Themse und an der englischen Kanalküste auch zwei Kriegsschiffe festmachen. Mehr als 10.000 Soldaten sind im Einsatz und damit deutlich mehr als im Afghanistan-Krieg.

Von

dpa

Kommentare (3)

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sebastian215

29.04.2012, 18:59 Uhr

Was ist nur aus dieser Welt geworden???
Selbst zu Zeiten des "kalten Krieges"war so etwas nicht nötig.

Istdochklar

29.04.2012, 21:09 Uhr

Tss, hätte man ja auch einen Gürtel aus Flak- und Raketenpanzern um den Bereich ziehen können, statt gleich die Bevölkerung als Schild gegen Terroristen zu verwenden.

DanielKonstanz

30.04.2012, 14:32 Uhr

Also wenn eine Sportveranstaltung mit Raketenwerfern und Armee "beschuetzt" werden muss, dann soll mans doch gleich ganz sein lassen.

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