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27.04.2015

17:00 Uhr

Skandal-Internat

Abwicklung der Odenwaldschule beginnt

Ein ruhiges Ende ist nicht in Sicht: Schüler der Odenwaldschule demonstrieren für den Erhalt von Schule und Internat, doch beides soll schließen. Die Jugendlichen fragen sich: „Was haben wir Schüler falsch gemacht?“

Unbekannte haben in Ober-Hambach bei Heppenheim  bei einer Demonstration vor der Odenwaldschule ein Schild mit der Aufschrift „Was soll das“ an einem Fenster der Schule befestigt. Die krisengeschüttelte Odenwaldschule steht aus Geldmangel vor dem Ende. dpa

Odenwaldschule

Unbekannte haben in Ober-Hambach bei Heppenheim bei einer Demonstration vor der Odenwaldschule ein Schild mit der Aufschrift „Was soll das“ an einem Fenster der Schule befestigt. Die krisengeschüttelte Odenwaldschule steht aus Geldmangel vor dem Ende.

HeppenheimIn der südhessischen Odenwaldschule hat die Abwicklung von Privatschule und Internat begonnen. Auf dem Schulgelände in Ober-Hambach protestierten am Montag Schüler, Eltern und Lehrer gegen die Schließung der mehr als 100 Jahre alten Reformschule.

„Die OSO ist unser Zuhause“, hieß es auf Plakaten, „Was haben wir Schüler falsch gemacht?“ oder „Wir wollen nicht die Letzten sein“. Es sei keine Demonstration der Schule, sagte OSO-Sprecher Metz. Schüler und Eltern wollten „ihre Traurigkeit zum Ausdruck bringen, ihrer Erschütterung Luft machen und der Öffentlichkeit mitteilen, was ihnen die Schule bedeutet und was ihnen verloren geht.“

2010 war ein jahrelang vertuschter sexueller Missbrauch von Lehrern an mindestens 132 Schülern bekanntgeworden. In der Folge sanken die Schülerzahlen, immer mehr Geldgeber zogen sich zurück. Am Wochenende gab der Trägerverein das Aus für die Reformschule bekannt.

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Die Odenwaldschule ist finanziell angeschlagen und wird derzeit von einem Trägerverein verwaltet. Nun steht das Skandal-Internat offenbar vor dem Aus. Die Verantwortlichen wollen aber niemandem die Schuld zuweisen.

Der Vize-Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Schimpf (Grüne), sagte, knapp zwei Dutzend Jugendliche seien von Jugendämtern in Obhut genommen und an der OSO untergebracht gewesen. Für sie müsse eine neue Unterkunft gefunden werden. „Wir müssen schauen, dass keiner durchs Netz fällt.“

Ab Dienstag bietet der Kreis für alle Eltern und Schüler eine Beratung an. Eltern sollen Hilfe finden bei der Suche nach einer neuen Schule; Schüler sollen „auch seelisch“ unterstützt werden, sagte Schimpf. Für die Betroffenen sei das „eine fatale Situation, einfach bitter“.

Von

dpa

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